Unangemessene Wohnkosten

Wer Hartz IV bezieht, erh√§lt grunds√§tzlich vom Jobcenter¬†eine Kostenerstattung f√ľr die anfallenden Kosten f√ľr Unterkunft und Heizung. Allerdings gilt dies grunds√§tzlich nur dann, wenn der Wohnraum angemessen ist. Das hei√üt, sowohl in der Gr√∂√üe, als auch in den Kosten muss der Wohnraum entsprechend der √∂rtlichen Vorgaben vorliegen. Dabei gelten eng gesteckte Grenzen, die sich jedoch regional unterscheiden k√∂nnen (angemessene Wohnung).

Befristete Übernahme unangemessener Kosten möglich

Sofern der Leistungsempf√§nger in unangemessen gro√üem Wohnraum lebt, ist eine √úbernahme der Kosten ebenfalls m√∂glich. Allerdings wird diese befristet auf h√∂chstens sechs Monate. Das Jobcenter wird den Hartz IV Bezieher w√§hrend dieser Zeit auffordern, die Kosten f√ľr Unterkunft und Heizung zu senken. Bezogen wird sich dabei auf den ¬ß 22 SGB II.

Senkung der Kosten f√ľr Unterkunft und Heizung

Dem Hartz IV Bezieher bleibt frei gestellt, wie er die Kosten f√ľr Unterkunft und Heizung senkt. In erster Linie wird das Amt den Leistungsempf√§nger zu einem Umzug in eine g√ľnstigere Wohnung auffordern (zwingen kann sie ihn aber nicht!). Ein Wohnberechtigungsschein¬†(Berechtigung zum Bezug einer Sozialwohnung) wird auf Antrag ausgestellt, dieser sollte in jedem Fall in Anspruch genommen werden.

Eine andere M√∂glichkeit w√§re beispielsweise auch die Untervermietung einzelner Zimmer an Dritte, sofern dies zumutbar w√§re. Hier m√ľsste man aber wieder vorsichtig sein und aufpassen, dass man nicht als Bedarfsgemeinschaft mit dem Untermieter gilt.

Um die Leistungen weiterhin zu erhalten, muss der Leistungsempf√§nger nachweisen, dass er sich um alternativen Wohnraum und andere Mittel der Senkung der Kosten gek√ľmmert hat.¬†Daf√ľr w√§re er auch verpflichtet, sich ebenfalls in anderen Stadtteilen und Bezirken umzusehen.

Keine Senkung möglich

Das Jobcenter kann auch weiterhin die unangemessen hohen Kosten f√ľr Unterkunft und Heizung zahlen, wenn der Leistungsempf√§nger glaubhaft nachweisen kann, dass die Senkung der Kosten nicht m√∂glich ist. Dies ist zum Beispiel bei einer erfolglosen Wohnungssuche der Fall. Wenn der Markt keine bezahlbare, angemessenen Wohnung zur Verf√ľgung stellt, k√∂nnen die Kosten nicht gesenkt werden.

Unzumutbarkeit der Kostensenkung

Ebenfalls kann eine Unzumutbarkeit f√ľr die Kostensenkung entstehen. Dies ist zum Beispiel dann gegeben, wenn der Leistungsempf√§nger pflegebed√ľrftig oder anderweitig gebrechlich ist. In diesem Fall muss die Unzumutbarkeit dem Leistungstr√§ger jedoch genauso nachgewiesen werden. Dann k√∂nnen die unangemessenen Kosten auch √ľber den Zeitraum von sechs Monaten hinaus getragen werden.

Vermittlung von Wohnraum und Umzug

Eine Verk√ľrzung der Kosten√ľbernahme ist ebenfalls m√∂glich. Dies ist immer dann der Fall, wenn das Jobcenter dem Leistungsempf√§nger angemessenen Wohnraum vermitteln kann. Zum Umzug kann der Leistungsempf√§nger hingegen nicht gezwungen werden. Allerdings stellt das Jobcenter nach Ablauf der Frist von sechs Monaten die unangemessen hohen Zahlungen ein. Sie zahlt nur noch den Betrag, der √∂rtlich festgelegt wurde und als angemessen gilt.


Die dar√ľber hinaus anfallenden Kosten m√ľssen vom Leistungsempf√§nger selbst getragen werden. Dies wird aus dem Hartz IV Regelsatz jedoch nicht m√∂glich sein, weshalb der Umzug fr√ľher oder sp√§ter mangels finanzieller Mittel doch notwendig wird.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
3,48 von 5 Punkten, basierend auf 79 abgegebenen Stimmen.
Loading...