Linke verspricht 100 Euro mehr Hartz IV

Frau im blauen T-Shirt hält 100 Euro Schein

Der Hartz IV Regelsatz für Erwachsene steigt kommendes Jahr von 446 auf 449 Euro im Monat. Viele Verbände haben das 3-Euro-Plus direkt nach Bekanntwerden kritisiert. Auch die Linke sieht in der Berechnung der Grundsicherung einen Skandal. Die Bundesvorsitzende der Partei, Susanne Hennig-Wellsow, verspricht im Falle einer Regierungsbeteiligung daher eine Erhöhung um 100 Euro.

Wer bietet mehr?

Blickt man auf die Wahlkampfversprechen und die Programme der Parteien, stellt sich im Zusammenhang mit Hartz IV die Frage: Wer bietet mehr? Bei den Grünen hat man sich auf eine vorsichtige Korrektur um 50 Euro geeinigt. Die SPD bewegt sich, so Kanzlerkandidat Olaf Scholz, auf einem ähnlichen Niveau.

Hartz IV durch bedingungsloses Grundeinkommen ablösen

Relativ klare Vorstellungen haben auch die Linken, die jetzt von der Bundesvorsitzenden Susanne Henning-Wellsow noch einmal bekräftigt wurden. Langfristig soll Hartz IV abgeschafft und durch ein bedingungsloses Grundeinkommen in Höhe von 1.200 Euro ersetzt werden.

Positive Erfahrung mit bedingungslosem Grundeinkommen

Kleine Schritte

Doch bis es dazu kommt, wird vermutlich viel Zeit vergehen. Deshalb sollen die Hartz IV Sätze zumindest schnell angehoben werden. Die Linke verspricht 100 Euro mehr innerhalb der ersten 100 Tage, wenn die künftige Regierung rot-grün-rot gefärbt sein sollte.

Neuberechnung nötig

„Zu Recht fordern Gewerkschaften und Sozialverbände die Neuberechnung und deutliche Erhöhung der Hartz IV Sätze“, sagt Susanne Hennig-Wellsow. Die aktuelle Anpassung um lediglich drei Euro pro Monat bewege sich fernab der Inflation, die laut Statistischem Bundesamt 3,9 Prozent beträgt.

Hartz IV Regelsatz 2022 nun amtlich

Zügig höhere Regelsätze

Mit einem Bündnis aus SPD, Grünen und den Linken ließe sich ein solcher Schritt zügig umsetzen. Insofern sei es für viele Menschen in Deutschland existenziell, wer gewählt werde. Sie spreche sich für 100 Euro mehr aus. „Die Ablösung von Hartz IV regelt dann der Koalitionsvertrag.“

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