Wohnkostenlücke: Hartz IV Bedürftige zahlen drauf

Wohnkostenlücke Hartz IV Bedürftige zahlen drauf

Die Wohnkosten sind in vielen Hartz IV Haushalten sowie bei Rentnern und Erwerbsgeminderten oft deutlich höher als sie vom Amt getragen werden. Daraus resultiert eine Wohnkostenlücke, die mit den knappen Mitteln der Grundsicherung bestritten werden muss. Hier fehlt es an einer verfassungskonformen Lösung, findet die Linke.

450.000 Betroffene

Laut Statistik der Bundesregierung sind 450.000 Menschen von einer Wohnkostenlücke betroffen. Das entspricht knapp 17 Prozent oder jedem sechsten Haushalt, der auf staatliche Hilfen wie Hartz IV angewiesen ist. So das Ergebnis einer kleinen Anfrage der Linksfraktion.

Im Schnitt fehlen 87 Euro

Wie gravierend das Problem ist, lässt sich an den Zahlen ablesen. Bei Familien mit Kindern fehlen Monat für Monat im Schnitt 101 Euro, Alleinerziehenden 96 Euro.

„Durchschnittlich haben Betroffene eine Wohnkostenlücke von 87 Euro“, erklärt die Linksfraktion.

Im Vergleich zur Grundsicherung bzw. den Hartz IV Leistungen ist das ein großer Batzen.

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Lage regional unterschiedlich

In einigen Regionen mag dieses Problem nicht oder nur in geringem Maße auftreten – was schon schlimm genug ist. Anderenorts wiederum sind die Mieten so hoch und ist so wenig bezahlbarer Wohnraum vorhanden, dass Hartz IV Bedürftige nahezu flächendeckend draufzahlen.

„In manchen Gemeinden ist […] jeder zweite Leistungsbezieher von einer sogenannten Wohnkostenlücke betroffen“, erklärt die Partei.

Angemessene Kosten bestimmen

Das Problem aus Sicht der „Linke“: Es mangelt an einer gesetzlichen Grundlage, wie genau die angemessenen Kosten für eine Wohnung bestimmt werden müssen.

„Seit Jahren drücken sich die Bundesregierungen um eine verfassungskonforme Lösung für die Wohnkosten von armen Menschen“, mahnt die sozialpolitische Sprecherin der Linken, Katja Kipping.

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Erleichterungen haben wenig gebracht

Während der Corona-Pandemie haben es zwar Erleichterungen gegeben und sei die Wohnkostenprüfung ausgesetzt worden. Am Problem hat sich dadurch aber nichts geändert. Die Maßnahmen hätten, so die Linke, kaum Einfluss auf die Gesamtzahl der Betroffenen gehabt.

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