Jeden kann Hartz IV treffen

Jeden kann Hartz IV treffen

„Mir kann das nicht passieren“, lautet eine von vielen Aussagen, wenn es um Hartz IV geht. Es gebe genug Jobs. Wer arbeiten möchte, finde immer eine Anstellung. Dass es nicht ganz so einfach ist und letztlich niemand davor gefeit ist, in die Mühlen des Hartz IV Systems zu geraten, beweist Susanna Wellenbrink. Die Schauspielerin offenbarte jetzt in einem Interview mit der „Bunte“, dass sie auf Hilfe vom Staat angewiesen ist.

Erster Job mit zwölf Jahren

Schon mit zwölf Jahren stand Susanna Wellenbrink zum ersten Mal vor der Kamera und war in „Die Glückliche Familie“ zu sehen. „Die Fallers – eine Schwarzwaldfamilie“, „Immer wieder Sonntag“, „Marienhof“ und „Die Rosenheim-Cops“ folgten. Doch der Erfolg blieb nicht von Dauer. Die einst erfolgreiche Schauspielerin war auf Hartz IV angewiesen.

700 Euro im Monat

„Bis vor wenigen Monaten habe ich Hartz IV bezogen“, erklärt die 46-Jährige. Aktuell lebten sie und die beiden Söhne (vier und sechs) von etwa 700 Euro Monat, die sich aus dem Kindergeld und einem Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt zusammensetzen. Dem Job in einer Kaffeerösterei, den sie seit Januar habe, könne sie im Moment nicht nachgehen, weil die Kinder pandemiebedingt zu Hause bleiben.

Verfehlte Corona-Politik treibt Menschen in Hartz IV

Von 400.000 Euro auf Hartz IV

Susanna Wellenbrink gibt unumwunden zu, Geld früher nie sonderlich geschätzt zu haben – bei einem Verdienst von über 400.000 Euro in einem Jahr. Das Vermögen sei praktisch gewesen und sie habe einfach gelebt. Heute gelte:

„Wir haben wenig und doch alles, was wir brauchen.“

Viele fallen in die Grundsicherung

Susanna Wellenbrink mag ein besonderes Beispiel sein. Doch auch Unternehmer wurden durch Corona zu Hartz IV Bedürftigen. Menschen, die immer gearbeitet haben, verloren den Job, erhielten anfangs Arbeitslosengeld I und sind jetzt auf Grundsicherung angewiesen. Nicht, weil sie nicht arbeiten wollen, sondern weil sie für den Arbeitsmarkt jetzt zu alt sind. „Hartz IV kann mich nicht treffen“ ist daher eine Aussage, mit der man sehr vorsichtig sein sollte.

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