Jobcenter polieren ihr Image auf

Frau prüft Dokumente mit Stift

Mit dem Slogan „Stark. Sozial. Vor Ort“ ist jetzt eine Kampagne der kommunalen Jobcenter gestartet. Sie soll mit Videos und Bildern dazu beitragen, den schlechten Ruf der Behörden, die unter anderem für die Betreuung von Hartz IV Bedürftigen zuständig sind, zu verbessern. Zu lesen ist zum Beispiel, dass die Basis der Arbeit ein positives Menschenbild sei und man unkomplizierte Hilfe anbiete.

Passgenaue Hilfe durch Jobcenter

„Der Markenkern der kommunalen Jobcenter ist die Unterstützung aus einer Hand und das Ziel, den Menschen passgenau und nachhaltig dabei zu helfen, schwierige Phasen zu überwinden und wieder Fuß zu fassen“, heißt es in einer Pressemitteilung vom Deutschen Städtetag und dem Deutschen Landkreistag. Sie zeichnen für die Kampagne verantwortlich.

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Videos über erfolgreiche Vermittlungen

Unterstrichen wird diese Aussage mit Videos ehemaliger Hartz IV Bedürftiger bzw. Arbeitssuchender, die erfolgreich vermittelt wurde. Ein Björn aus Düren freut sich: „Jetzt habe ich endlich wieder eine richtige Arbeit als Schlosser.“ Und auch Anastasia aus Stuttgart lobt ihr Jobcenter für die neue Beschäftigung in einer Spedition. „Endlich konnte ich zeigen, dass ich auch mit 35 etwas Neues lernen kann.“ 

Aussage: Man kann alles meistern

Die Erfolgsgeschichten erzählen laut Städtetag und Landkreistag von „Herausforderungen, Schicksalsschlägen, schwierigen Umständen, verlorenen Jobs und familiären Hürden – am Ende aber davon, wie es gelingen kann, das alles zu meistern“. 

Belegt wird diese Aussage mit Zahlen. Demnach werden jährlich 250.000 Menschen, die zuvor auf Arbeitslosengeld I oder Hartz IV angewiesen waren, in nachhaltige Jobs integriert. Darüber hinaus unterstützten die Jobcenter 1,5 Millionen Menschen auf dem Weg in eine Arbeit oder Ausbildung. 

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Kritik an Jobcentern

Die positiven Zahlen, die im Rahmen der Kampagne hervorgehoben werden, würde der Paritätische Gesamtverband so nicht unterschreiben. 2020 schrieb er gemeinsam mit dem Verein „Sanktionsfrei e.V.“:

„Nur etwa ein Zehntel der Abgänge aus Arbeitslosigkeit in Lohnarbeit erfolgt auf Vermittlung der Jobcenter.“

Strategisches Leitbild der kommunalen Jobcenter 2030

Mit Kritik leben die Jobcenter schon lange. Sie gelten gemeinhin als zu streng, teils kleinkariert und unfreundlich. All das und vor allem die Hartz-Reformen haben dem Image der Behörden enorm geschadet. Das weiß man und will jetzt mit der Kampagne gegensteuern.

Das „Strategische Leitbild der kommunalen Jobcenter 2030“ spricht davon, dass durch Digitalisierung Zugangshürden abgebaut, die Innovationskultur gepflegt, kultursensibel agiert und unkompliziert Hilfe angeboten werde. Zudem betont man in der Pressemitteilung, dass die Jobcenter gut bei den Kommunen aufgehoben seien: „Für unsere Landräte und Oberbürgermeister ist kommunale Arbeitsmarktpolitik Chefsache.“

Die Kampagnenseite: https://kommunale-jobcenter.de

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