Verfehlte Corona-Politik treibt Menschen in Hartz IV

Frau hält ein Schild mit der Aufschrift Job verloren wegen Corona

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) schlägt Alarm. Immer mehr Jobsuchende fallen aus der Arbeitslosenversicherung und sehen sich mit Hartz IV konfrontiert. Das ist eine der Folgen von Corona und der Verfehlungen beim Sozialschutzpaket II. Denn während Konzerne ausreichend Hilfe erhalten, wurden viele, die jetzt auf der Straße stehen, schlichtweg vergessen.

Arbeitslosengeld-Bezugsdauer verlängern

Die Folgen der Corona-Pandemie werden noch über Jahrzehnte hinweg spürbar sein. Das gilt vor allem für jene, die bedingt durch Covid-19 ihre Existenzgrundlage verloren haben. Allein in Krefeld ist die Zahl derer, die aus der Arbeitslosenversicherung in den Zuständigkeitsbereich des Sozialgesetzbuches III rutschen, um 1.602 Personen gestiegen. Das sind binnen zwölf Monaten 28,6 Prozent. In anderen Städten wird sich ein ähnliches Bild abzeichnen.

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Der Vorsitzende des DGB-Krefeld, Phillip Einfalt, erklärt:

„Viele Betroffene sind nur aufgrund der Corona-bedingten Einschränkungen arbeitslos geworden. Sie geraten in eine soziale Abwärtsspirale, die unbedingt verhindert werden muss.“

Das Problem: Die Regierung hat das Sozialschutzpaket II mitten in der Pandemie einfach auslaufen lassen.

Sozialschutzpaket II

Mit dem Sozialschutz II hatte man sich darauf geeignet, die Bezugsdauer von Arbeitslosengeld I um drei Monate zu verlängern, sollte der Anspruch im Jahr 2020 enden. Am 31. Dezember vorigen Jahres lief diese Regelung aus, obwohl Deutschland mitten im Lockdown und die Situation am Arbeitsmarkt angespannter war denn je.

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Die Quittung kommt jetzt: Willkommen bei Hartz IV, heißt es für viele Arbeitssuchende, deren Arbeitslosengeld-I-Bezug endet. Die Chancen, schnell wieder Fuß zu fassen, sind eher gering. Daher müsse jetzt konsequent das Qualifizierungschancengesetz umgesetzt und die Betroffenen gezielt beraten werden, unter anderem zur individuellen Berufswegplanung. Darüber hinaus fordert der DGB, den Bezug von Arbeitslosengeld I zu verlängern. Denn es sei nicht nachvollziehbar, warum Konzerne nach dem Gießkannenprinzip mit finanziellen Mitteln bedacht werden, während für jene, die ihren Job verlieren, nur Hartz IV bleibt.

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