BA Chef lehnt Hartz IV Erhöhung auf 600€ ab – Das ist seine Begründung

Hartz IV Paar sitzt frustriert mit leerem Portemonnaie auf Sofa

600 Euro Hartz IV Regelsatz für einen alleinstehende Person – das sind die Forderungen von Sozialverbänden und Gewerkschaften. Der Vorstandchef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, hat eine andere Sichtweise und erteilt dieser geforderten Hartz IV Erhöhung eine Absage.

#mindestens600 Euro

Sozialverbände und Gewerkschaften haben sich zu einem Bündnis zusammengeschlossen, mit der Forderung einer Anhebung des Hartz IV Regelsatzes auf regelbedarfsgerechte 600 Euro – diese Kampagne ist auch unter dem Hashtag #mindestens600 bei Twitter zu finden. Dabei bezieht sich das Bündnis auf die schlechte finanzielle Situation aufgrund der aktuellen Corona Pandemie. Neben der 600 Euro Hartz IV Regelsatz soll es einen monatlichen Mehrbedarfszuschlag von 100 Euro monatlich für jeden Monat der Pandemie geben, so die Forderung.

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Gegenüber der Wochenzeitschrift „Die Zeit“ erklärte der BA Chef und ehemalige Hamburger Sozialsenator (SPD), dass er Zweifel daran habe, dass Menschen mit 600 Euro deutlich zufriedener wären.

Aktuell liegt der Hartz IV Regelsatz seit dem 01.01.2021 bei 446 Euro:

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Menschen sollen gut bezahlte Arbeit finden

Seiner Meinung nach dürfe man nicht alles auf die Grundsicherung und höhere Leistungen schieben – stattdessen müssten sich die

„Leute selber berappen und möglichst gut bezahlte Arbeit finden“.

Detlef Scheele im „Die Zeit“ Interview

Ein weiteres Problem, dass der 64-jährige Vorstandschef der BA sieht ist, dass man die Menschen, die für die Grundsicherung aufkommen, nicht überfordern darf.

Dazu gehört ja auch die Kassiererin bei Aldi, die möglicherweise netto nicht viel mehr hat als der Empfänger von Grundsicherung.

Seine ablehnende Haltung zu einer Hartz IV Erhöhung auf 600 Euro monatlich begründet er, mit eigenen finanziellen Engpässen aus seiner Kindheit und Jugend.

Ich konnte nicht mit anderen mithalten. Mein Vater ist krank geworden, als ich in die erste Klasse kam, und früh gestorben. Wir hatten wenig Geld.

Man darf nicht immer alles auf die Grundsicherung schieben, so Scheele. Sein Studium habe er sich selbst finanziert, indem er beim Otto-Versand den Hof fegte. „Das geht doch“, fügte er im „Die Zeit“ Interview hinzu.

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