Umfrage zeigt: 150 Euro Corona-Bonus bei Hartz IV viel zu wenig!

leere Geldbörse

Einer Umfrage des Paritätischen Wohlfahrtsverbands zufolge hält die Mehrheit der Bevölkerung den geplanten Corona-Bonus auf Hartz IV für viel zu niedrig.

Paritätischer Wohlfahrtsverband startet Umfrage

Sozial- und Erwerbslosenvereine fordern ihn schon seit Beginn der Pandemie im Frühling vergangenen Jahres, nun hat die Bundesregierung endlich ein Einsehen: Mit dem Corona-Bonus auf Hartz sollen die finanziellen Mehrbelastungen von Leistungsempfängern in der Corona-Krise abgefedert werden. Einmalig 150 Euro sollen Ende April 2021 mit den Leistungen für Mai ausgezahlt werden – „viel zu wenig“, finden die meisten Deutschen, wie eine Umfrage des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Zusammenarbeit mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut forsa beweist.

Regierung unterstützt nicht ausreichend

Laut Umfrage erscheint der Einmal-Zuschuss 54 Prozent der befragten Personen nicht ausreichend. Rund 68 Prozent sind der Meinung, dass auch Geringverdiener in der Pandemie bisher nicht ausreichend von der Bundesregierung unterstützt wurden, „im Gegensatz zu beispielsweise Großkonzernen, die finanzielle Umsatzverluste erlitten haben“, heißt es in der Umfrage.

Mindestens 573 Euro nötig für Lebensunterhalt

Im Allgemeinen können sich 62 Prozent nicht vorstellen, dass Sozialleistungen wie Hartz IV oder Grundsicherung im Alter ausreichen, um den täglichen Bedarf zu decken. Durchschnittlich seien den befragten zufolge 573 Euro im Monat nötig, um den Lebensunterhalt zu decken – 127 Euro mehr als der Hartz IV Regelsatz.

Gerade in Zeiten der Pandemie muss die Regierung endlich tätig werden, findet der Paritätische:

Das Krisenmanagement der Bundesregierung ist ein armutspolitisches Trauerspiel. Die Einmalhilfe ist nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein“, so Ulrich Schneider, Geschäftsführer des Paritätischen.

Verbände fordern Unterstützung für Bedürftige

Unter dem Motto „Corona trifft Arme extra hart – Soforthilfen jetzt!“ appelliert der Paritätische deshalb mit mehr als 40 weiteren Verbänden an die Regierung und fordert die schnelle und zielgerichtete Unterstützung für Leistungsempfänger in der Corona-Krise.

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