600 Euro Hartz IV und Corona-Bonus! Verbände fordern Soforthilfe

Teller mit Centstücken

Hartz IV Empfänger und Geringverdiener hat die Corona-Krise besonders schwer getroffen. Ein Bündnis aus Sozialverbänden und Gewerkschaften fordert nun eine drastische Anhebung des Regelsatzes.

Bündnis „Soforthilfe für die Armen – jetzt!“

Maskenpflicht, Schulschließungen und steigende Lebensmittelpreise sind nur einige der Herausforderungen mit denen sich Hartz IV Empfänger in der Corona-Krise konfrontiert sehen. Aus diesem Grund fordert ein Bündnis aus 36 Gewerkschaften und Sozialverbänden nun die deutliche Anhebung des Regelsatzes in Zeiten der Pandemie. Unter dem Namen „Soforthilfe für die Armen – jetzt!“ vereinen sich u.a.

  • Ver.di,
  • Sozialverband Deutschland,
  • Diakonie,
  • Paritätische Wohlfahrtsverband,
  • Tafel Deutschland e.V.,
  • AWO Bundesverband e.V.,
  • Sanktionsfrei e.V.,
  • Deutscher Kinderschutzbund e.V.,
  • Deutsches Kinderhilfswerk e.V.,
  • Sozialverband VdK e.V.
  • Deutscher Mieterbund e.V.

und viele weitere.

600 Euro Hartz IV und Corona-Mehrbedarf

Zum 01. Januar 2021 wurde Hartz IV Regelsatz von 432 Euro auf 446 Euro für Alleinstehende erhöht. Aus Sicht des Bündnisses nicht genug. Die Regelleistungen müssten auf mindestens 600 Euro im Monat angehoben werden. Darüber hinaus muss Hartz IV Empfängern für die Dauer der Corona-Krise ein „pauschaler Mehrbedarfszuschlag“ in Höhe von 100 Euro monatlich gewährt werden. Für Kinder und Jugendliche aus Familien mit geringen Einkommen sollen außerdem die Anschaffungskosten für einen internetfähigen PC und Lernmittel übernommen werden.

Die Corona-Krise darf nicht zu einer Sozialstaatskrise werden. Die anhaltende Pandemie legt die Schwächen im sozialen System schonungslos offen. “, heißt es dazu von Maria Loheide von der Diakonie Deutschland

Der Sozialstaat müsse für seiner Bürger nachhaltig krisenfest gemacht werden und die „Schwächsten nicht noch ärmer machen„.

Heils Corona-Zuschlag reicht nicht aus

Am vergangenen Freitag kündigte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) an, nummehr 9 Monate nach Beginn der Pandemie einen Corona-Zuschlag auf Hartz IV Leistungen auf den Weg zu bringen. Dieser Vorstoß sei zwar ein „wichtiges Signal“ aber reiche „angesichts der bitteren Not der Betroffenen“ nicht aus, so der der Paritätische Wohlfahrtsverband:

Wir erwarten von dieser Bundesregierung ohne wenn und aber und ohne weitere Ausflüchte, dass sie endlich auch etwas für die Armen tut, das wirklich Substanz hat. Arm sein ist teuer, Symbolpolitik können wir uns nicht mehr leisten“, erklärt Ulrich Schneider, Geschäftsführer des Paritätischen.

Titelbild: Volodymyr Zakharov/ shutterstock.com