Hartz IV Erhöhung 2021: Stromkosten werden wieder nicht gedeckt

Stromzähler

Es kommt einem mittlerweile vor, wie ein Déjà-vu: Auch im Jahr 2021 deckt der Hartz IV Regelsatz die explodierenden Strompreise nicht – und das trotz Erhöhung.

Massive Unterdeckung des Strompreises

Auch im kommenden Jahr werden Hartz IV Empfänger nicht genügend Geld zur Verfügung haben, um die horrenden Stromkosten zu decken. Daran ändert auch die Erhöhung des Regelsatzes zum 01.01.2021 nichts. Dies geht aus Untersuchungen des Vergleichsportals Check24 hervor.

Regelsatz 2021: 38,32 Euro für Strom

Der Hartz IV Eckregelsatz steigt im Jahr 2021 von 432 Euro auf 446 Euro und gliedert sich in die folgenden Bestandteile auf:

Anteil am Regelbedarfin % von der RLin € von der RL
Nahrung, alkoholfreie Getränke34,70%154,78 €
Freizeit, Unterhaltung, Kultur9,76%43,52 €
Post und Telekommunikation8,94%39,88 €
Bekleidung, Schuhe8,30%37,01 €
Wohnen, Energie, Wohninstandhaltung8,59%38,32 €
Innenausstattung, Haushaltsgeräte und -gegenstände6,09%27,17 €
andere Waren und Dienstleistungen7,97%35,53 €
Verkehr8,97%40,01 €
Gesundheitspflege3,82%17,02 €
Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen2,61%11,65 €
Bildung0,36%1,61 €
* Durch Rundungen können sich Unterschiede von wenigen Cent ergeben

110 Euro fehlen jährlich

Leistungsempfängern, die allein leben, stehen im neuen Jahr also 38,32 Euro monatlich für Strom zur Verfügung. Geht man von einen jährlichen Stromverbrauch von 1.500 Kilowattstunden aus, müssten Alleinstehende monatlich rund 47,50 Euro zahlen. Auf das Jahr gerechnet ergibt sich so ein Fehlbetrag von rund 110 Euro.

Die Lücke zwischen Energiepauschale und den tatsächlichen Stromkosten für Hartz-IV-Empfänger ist nochmals größer als im Vorjahr“, so Lasse Schmid, Geschäftsführer Energie bei Check24.

Lesenswert: Hartz IV ohne Rechentricks: Regelsatz müsste bei 658 Euro plus Strom liegen

Keine Hilfe aus der Politik

Stimmen aus Politik und Sozialverbänden kritisieren die Unterdeckung der Strompreise im Regelsatz schon seit langem. Allerdings scheint die Regierung ihre Kritiker weiterhin auf stumm zu schalten. Währenddessen leiden die Betroffenen weiter.

Im vergangenen Jahr bezogen rund ein Drittel aller Haushaltskunden Strom aus der Grundversorgung. Dieser ist besonders teuer. Ein Wechsel des Stromanbieters ist jedoch nicht immer einfach – besonders für Kunden mit Schufa-Eintrag. Häufig wird ihnen ein Wechsel des Anbieters verwehrt.

Willkommensbonus wird auf Hartz IV angerechnet

Hartz IV Empfänger, die den Schritt zum neuen Stromanbieter gewagt haben und sich neben einem neuen günstigeren Tarif auch über einen Willkommensbonus des Anbieters freuen, seien an dieser Stelle gewarnt. Laut Urteil des Bundessozialgerichts wird die Wechselprämie auf den Regelsatz angerechnet und mindert diesen entsprechend.

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