Mit Protest für mehr Hartz IV: Verbände fordern Hartz IV Reform!

Frau mit Megaphon

Zum 01. Januar 2021 steigt der Hartz IV Regelsatz – um gerade einmal 14 Euro. Viel zu wenig, finden Sozial- und Wohlfahrtsverbände und machen ihrem Ärger öffentlich Luft.

Der Schuh drückt

Mit Schildern, Plakaten und Bannern versammelten sich Mitglieder und Gleichgesinnte des Kölner Caritasverbands vorige Woche vor dem Kölner Dom. Unter dem Namen „Da drückt der Schuh“ rief der Verband die Aktion anlässlich des Welttags der Armen ins Leben, um für ein faires Berechnungssystem bei Hartz IV zu protestieren und Spenden für 300 Paar Schuhe für Bedürftige zu sammeln.

Regelsatzerhöhung nicht genug

Die geplante Erhöhung des Regelsatzes zum 01. Januar 2021 von 432 auf 446 Euro monatlich sei bei weitem nicht genug, um den tatsächlichen Bedarf der Leistungsempfänger zu decken:

Menschen haben nicht genug Geld für die Windeln ihrer Neugeborenen, und oft können sie sich nicht einmal die Fahrt zur Familie leisten“, so der Diözesan-Caritasdirektor Dr. Frank Johannes Hensel gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Die Corona-Krise vergrößere die Lücken im Sozialsystem der Bundesrepublik weiter.

Pandemie verschärft Lage weiter

Diese Meinung teilt auch der Caritasverband im Kreis Mettmann. Hartz IV verhindere nicht nur die soziale Teilhabe, die Abhängigkeit vom Jobcenter mache auch krank. Zusätzlich stelle die Pandemie Leistungsempfänger vor ungeahnte finanzielle Herausforderungen:

So können sich Menschen in Hartz-IV oft nicht einmal die Fahrt zur Familie leisten, keinen Weihnachtsbaum kaufen oder einen Volkshochschulkurs besuchen“, erklärt Thomas Rasch, Bereichsleiter.

Die Caritas fordert: Die Bundesregierung muss endlich tätig werden und für eine faire Regelsatzberechnung sorgen!

SoVD: 100 Euro Corona-Zuschlag auf Hartz IV

Der Sozialverband SoVD geht unterdessen noch einen Schritt weiter. Mit der geringen Erhöhung des Regelsatzes ist es in der Corona-Krise aktuell nicht getan:“

14 Euro mehr pro Monat ab 2021 sind für alleinstehende Grundsicherungsbeziehende ein Tropfen auf dem heißen Stein. Sie bedeuten für Betroffene weiterhin ein Leben am Rande der Gesellschaft“, so SoVD-Präsident Adolf Bauer.

Hartz IV Empfänger benötigen dringend Hilfe – und zwar sofort. Deswegen fordert der Verband einen Pandemiezuschlag von 100 Euro monatlich für Leistungsbezieher.

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