Tafel leidet unter Corona-Auswirkungen: Vorräte werden knapp

Tafel-Mitarbeiterin mit Gesichtsmaske

Längere Schlangen und kaum Nachschub: Die Tafel ächzt unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Ohne die dringend benötigten Lebensmittelspenden, steht es schlecht um die gemeinnützige Organisation.

Zu wenig Lebensmittelspenden

Es fehlt an allen Ecken und Enden. Die Corona-Krise stellt die Tafel vor ungeahnte logistische Herausforderungen. Seit 1993 verteilt die Organisation an 940 Standorten Lebensmittelspenden an Bedürftige, darunter vor allem Hartz IV Empfänger und finanziell Benachteiligte. Finanziert wird die Tafel durch Spenden – doch genau daran mangelt es in Zeiten der Pandemie.

Tafelsprecherin: Großspenden dringend benötigt!

Die Hamburger Tafel konnte seit Beginn der Corona-Krise einen Zuwachs an Bedürftigen von 20 bis 30 Prozent verzeichnen, derweil werden die Vorräte an Lebensmitteln immer knapper:

Vor allem wegen der ausbleibenden Großspenden kommt nicht genug Ware rein“, erklärt Julia Bauer, Sprecherin der Hamburger Tafel, gegenüber der taz.

Appell an Großhändler

Es mangele besonders an den Grundnahrungsmitteln, wie Brot, Kartoffeln, Milchprodukten, Reis und Nudeln – Probleme, die sich schon seit März abzeichneten (HartzIV.org berichtete). Angesichts der coronabedingten Kontaktbeschränkungen zu Beginn des Jahres, sahen sich viele Tafeln an verschiedenen Standorten gezwungen, zeitweilig ihre Türen zu schließen. Seit der weitestgehenden Wiederöffnung, muss die Organisation nun den erhöhten Bedarf an Lebensmitteln decken. Auf ihrer Webseite appelliert die Tafel an Industrie, Gastronomie, Landwirte und Großhändler:

„Wenn Sie Lebensmittel abzugeben haben, melden Sie sich!!! Wir versorgen wöchentlich 30.000 Menschen und brauchen IHRE Unterstützung!“

Ohne Großspenden könne man dem wachsenden Bedarf nicht gerecht werden. Der Zuwachs an Bedürftigen erkläre sich dabei zum einen durch die horrenden Mieten in Hamburg, durch niedrige Löhne und zum anderen durch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise. Diese beträfen vor allem diejenigen, deren Minijob in Zeiten der Pandemie weggebrochen sei, so Bauer.

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    Titelbild: Pearl PhotoPix/ shutterstock.com