Hartz IV in der Corona-Krise: Kinderbonus nicht genug

Trauriges Kind mit Gesichtsmaske und Teddy

Der Kinderbonus soll die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise für Familien abfedern und Eltern in der Pandemie unterstützen. Insgesamt 300 Euro werden pro Kind ausgezahlt – nicht genug, findet Arbeitsmarktexpertin der Linken Sabine Zimmermann.

Kinderbonus in 2 Raten

In zwei Raten werden die insgesamt 300 Euro Kinderbonus pro Kind ausgezahlt. Auf diese Weise sollen Eltern und ihre Kinder in der Corona-Krise von der Bundesregierung unterstützt werden. Die erste Rate in Höhe von 300 Euro erfolgte im September, eine zweite Rate von 100 Euro folgt im Oktober. Der Kinderbonus wird nicht auf Hartz IV Leistungen angerechnet, dadurch kommt er auch finanziell schwächeren Familien zugute. Doch für die Linken-Sozialpolitikerin Sabine Zimmermann ist es mit dem Kindebonus noch lange nicht getan.

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Mehr dazu: Kinderbonus kommt: Auszahlungstermin steht fest!

Linken-Politikerin: Kinderbonus reicht nicht

Gerade für ärmere Eltern und Familien im Hartz IV Bezug reiche der einmalige Kinderbonus in Zeiten einer globalen Pandemie nicht aus:

Ein einmaliger Kinderbonus von 300 Euro kann die Lasten der Pandemie für Familien nicht annähernd ausgleichen“, so Zimmermann gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Besonders Familien mit vielen Kindern seien betroffen:

Reich an Kindern, arm an Geld, das geht zu oft Hand in Hand. Die Pandemie hat die Lage kinderreicher Familien mit geringem Einkommen gegenüber dem Jahr 2019 nochmals verschärft“.

Familien mit vielen Kindern besonders armutsgefährdet

Laut Daten des Statistischen Bundesamts waren 2011 22,4 Prozent aller Familien mit drei Kindern oder mehr armutsgefährdet. Im Jahr 2019 waren es bereits 30,9 Prozent. Daran muss sich etwas ändern, findet Zimmermann. Nicht fehlende Betreuungsangebote seien für die Benachteiligung kinderreicher Familien verantwortlich, auch unzureichende Sozialleistungen führen laut Zimmermann dazu, dass Eltern mit vielen Kindern hintenanstehen.

Kein Kindergeld bei Hartz IV

Einem Gesetzesentwurf der Bundesregierung zufolge sollen sowohl Kindergeld als auch Kinderfreibetrag im Jahr 2021 steigen. Ein Schritt in die richtige Richtung? Wohl kaum, finden auch Sozialverbände und Erwerbslosenaktivisten. Denn: Die Ärmsten der Gesellschaft profitieren von der Erhöhung überhaupt nicht – das Kindergeld wird vollständig auf Hartz IV Leistungen angerechnet (HartzIV.org berichtete). Aus diesem Grund fordern viele Stimmen aus Politik und Verbänden eine Einführung der Kindergrundsicherung. Dadurch soll die adäquate Versorgung und Teilhabe von Eltern und ihren Kindern – unabhängig von ihrer finanziellen Situation – gewährleistet werden.

Titelbild: L Julia/ shutterstock.com