Hartz IV Anträge: Jobcenter-Chef fürchtet Corona-Eskalation

Corona-Maske

Deutschland steht still. Seit Wochen ächzt die deutsche Wirtschaft unter den strikten Maßnahmen des Corona-Lockdowns. Vielen Unternehmen droht angesichts des bundesweiten Kontaktverbots die Insolvenz und Arbeitnehmer fürchten um ihre Jobs. Der Chef des Wuppertaler Jobcenters ist sich sicher: Die Krise ist noch lange nicht ausgestanden.

Dramatisch steigende Zahl der Hartz IV Anträge

Die Corona-Krise zieht bereits jetzt dramatische Folgen nach sich: Seitdem das öffentliche Leben in der Bundesrepublik am 23. März 2020 heruntergefahren wurde, stehen viele Unternehmen vor dem Aus. Der Lockdown kostet nicht nur Geld, sondern genauso Arbeitsplätze, das weiß auch Thomas Lenz. Aktuell verzeichne man „dramatisch steigende Fallzahlen“, so der Chef des Wuppertaler Jobcenters gegenüber der Wuppertaler Rundschau. Die Zahl der Hartz IV Anträge habe sich angesichts der schwierigen Lage vervielfacht. Mit dieser Entwicklung steht das Jobcenter Wuppertal nicht alleine da: Die Zahl der Anträge auf Grundsicherung ist in vielen Regionen Deutschlands deutlich angestiegen.

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Umstrukturierte Arbeitsweise in Jobcenter

Für die Mitarbeiter des Jobcenters Wuppertal haben diese Entwicklungen eine vollkommene Umstrukturierung ihrer Arbeitsweise zur Folge: Neben Homeoffice und Wochenend-Arbeit bedeutet die Corona-Krise für Jobcenter-Mitarbeiter auch den engeren Kontakt zu Kunden – via Telefon, versteht sich. Häufige Anrufe sollen bereits im Vorfeld Unklarheiten aus dem Weg schaffen und so für einen reibungslosen Arbeitsablauf sorgen. Das klappt jedoch nicht immer. Grund dafür sei in vielen Fällen die komplexe Gesetzgebung:

Das Sozialgesetzbuch II, das unsere Arbeit regelt, ist unvorstellbar kompliziert geworden, Mitarbeiter machen auch Fehler, und Kunden präsentieren eben nicht immer alle kompletten Unterlagen“, klagt Lenz.

Jobcenter Chef bangt um Gastronomie

Viele Jobcenter leiden unter dem erhöhten Arbeitsaufkommen in der Corona-Krise (HartzIV.org berichtete). Für das Jobcenter Wuppertal hat nun eine Sache besondere Priorität:

Es muss garantiert sein, dass die Menschen ihr Geld bekommen. Und das funktioniert auch“ – noch.

Thomas Lenz befürchtet allerdings, dass sich die Lage mit anhaltenden Lockdown-Maßnahmen bedeutend verschlimmern könnte:

Bis auf wenige Einzelfälle bekommen wir im Moment alles sehr gut gehandelt. Je länger das aber alles dauert und wenn dann auch viele Betroffene aus der Gastronomie, die sich jetzt noch über Wasser halten können, zu uns kommen müssen, befürchte ich eine neue Dramatik. Fest steht jedenfalls: Das wird uns alles noch lange beschäftigen.“

Titelbild: Lightspring/ shutterstock.com