Corona-Krise: Erleichterter Hartz IV Zugang für Studenten?

Studentin mit Mundschutz sitzt besorgt über Dokumenten

Viele Studenten verdienen sich neben dem Studium etwas dazu, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Durch die Corona-Krise ist jedoch ein Großteil dieser Nebenjobs gefährdet. Aus diesem Grund soll bedürftigen Studenten nun der Zugang zu Hartz IV Leistungen erleichtert werden.

Studenten verlieren Nebenjobs

Die Corona-Krise trifft nicht nur die Vollzeit-Arbeitnehmer hart, auch die Nebenjobber bangen um ihre Arbeitsplätze. Davon besonders betroffen: Studenten. Viele von ihnen brauchen die Nebenjobs dringend, um Miete, Strom und Lernmaterial zu zahlen, doch durch die Schließung aller Bars, Restaurants und Freizeitstätten bleibt das wichtige Nebeneinkommen vorerst aus. Nun will die Bundesrepublik betroffenen Studenten mit Hartz IV Leistungen über die Runden helfen.

Härtefallregelung: Hartz IV als Darlehen für Studenten

Bisher hatten aktive Studenten keinen Anspruch auf Hartz IV, doch während der Corona-Krise „ist eine Anspruchsberechtigung auch ohne Beurlaubung aus der sogenannten Härtefallregelung abzuleiten“, so das Bundesbildungsministerium in einer Antwort auf eine Anfrage der Linken. Die Härtefallregelung nach § 27 Abs. 3 SGB II, soll es nun also auch Studenten möglich gemacht werden, den Regelsatz zu erhalten – allerdings nur als Darlehen.

Deutsches Studentenwerk: Hartz IV Darlehen nicht genug

Für den Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks, Achim Meyer auf der Heyde, ist dies nicht genug:

Eine Regelung nach SGB II, also Hartz IV, würde die Studierenden gegenüber anderen Gruppen wie Solo-Selbständige oder Künstler schlechter stellen, da diese ja Zuschüsse erhalten“, kritisiert er gegenüber dem Handelsblatt.

Wenn überhaupt, seien Zuschüsse und keine Darlehen für Studenten in der Krise angebracht.

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Bafög als Übergangsregelung

Da die Jobcenter allerdings mit den zusätzlichen Anfragen und extra bürokratischem Aufwand von Studenten überfordert seien dürften, schlägt das Deutsche Studentenwerk eine „Übergangsregelung für 6 Monate im Bafög“ vor:

Damit könnte Studierenden, die nachweisen, dass sie ihren zur Studienfinanzierung unabdingbaren Job infolge Corona verloren haben und auch keinen anderen Job finden, für mehrere Monate einen Ausgleich über das Bafög gewährt werden – als Mischung aus Zuschuss und Darlehen“, so der Leiter des deutschen Dachverbands der Studierendenwerke gegenüber dem Handelsblatt.

Auf diese Weise könnten Studenten ihr Studium fortsetzen und die bestehenden Möglichkeiten dafür nutzen. Entsprechende Pläne seien derzeit Gesprächsthema mit dem Ministerium.

Mehr Infos zum Thema Bafög hier: Bafög-aktuell.de

Titelbild: Shyntartanya/ shuttertsock.com