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Hartz IV: Hilfswerk warnt vor Kinderarmut in Corona-Pandemie

Kind mit Mundschutz hält Teddy mit Mundschutz

Deutschland befindet sich im Ausnahmezustand. Die Covid-19 Pandemie hat bereits jetzt verheerende Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft und wird Experten-Prognosen zufolge die Arbeitslosenquote in der Bundesrepublik erhöhen – nun schlägt auch das Deutsche Kinderhilfswerk Alarm.

Corona-Krise treibt Familien in die Armut

Die Situation ist angespannt: Die Corona-Krise versetzt die Bundesrepublik in Angst und sorgt für einen Rückgang der Wirtschaftsleistung. Experten prognostizieren dadurch ebenfalls einen Anstieg der Arbeitslosigkeit, was einen direkten Einfluss auf Kinderarmut in Deutschland hat. Hartz IV, Kurzarbeit und sinkende Gehälter werden dem Deutschen Kinderhilfswerk zufolge viele Familien in die Armut treiben. Ihnen muss jetzt geholfen werden, so die Kinderrechtsorganisation.

Alleinerziehende besonders betroffen

In einer Pressemitteilung warnt das Kinderhilfswerk vor einem Anstieg der Armut in Deutschland durch die Corona-Krise, von dem besonders Alleinerziehende betroffen sind:

Gerade für Alleinerziehende, die jetzt aufgrund der Schul- und Kitaschließungen vielfach neben ihren beruflichen Verpflichtungen auch noch Kinderbetreuung in Vollzeit leisten müssen, wird die finanzielle Situation angespannter“, heißt es auf der Webseite.

Die bisher von der Regierung auf den Weg gebrachten Unterstützungen für Betroffene, wie der erleichterte Zugang zum Kinderzuschlag, seien „ein Schritt in die richtige Richtung“, müssten aber konsequent ausgeweitet werden, um bedürftigen Familien effektiv zu helfen.

Mehr Infos zum Kinderzuschlag hier: Kindergeld.info/Kinderzuschlag

Kinder besonders Hartz IV betroffen

Der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerk, Thomas Krüger, weiß um den Ernst der Lage:

Jeder dritte Hartz-IV-Empfänger ist ein Kind, obwohl ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung in Deutschland nur bei rund 16 Prozent liegt. Damit sind Kinder und Jugendliche mit ihren Familien in besonderem Maße von Armut betroffen“.

Die Corona-Krise stelle Familien im Hartz IV Bezug dabei zusätzlich vor große Herausforderungen:

Der Hartz-IV-Regelsatz ist zu gering, bei vielen Lebensmitteln und Hygieneartikeln sind durch Hamsterkäufe die Discount-Artikel, auf die arme Familien angewiesen sind, kaum noch verfügbar. Auf teurere Produkte auszuweichen, ist für sie nicht möglich. Hinzu kommt, dass das kostenfreie Essen in Kitas und Schulen wegfällt. Kritisch ist zudem die Schließung vieler Tafeln, die normalerweise rund eine halbe Million Kinder und Jugendliche in Deutschland versorgen“

Appell an die Regierung: Corona-Zuschlag für Kinder

Das Kinderhilfswerk appelliert aus diesem Grund an die Regierung und verlangt die Aufstockung des Regelsatzes für Kinder und Jugendliche:

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert angesichts der aktuellen Situation eine Aufstockung des Regelsatzes um 100 Euro für Kinder und Jugendliche, zumindest solange Schulen und Kitas geschlossen sind.“

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Langfristig müsse die Kindergrundsicherung in Höhe von 637 Euro eingeführt werden, um das „soziokulturelle Existenzminimum von Kindern unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Familie, der Familienform und dem bisherigen Unterstützungssystem“ zu gewährleisten.

Titelbild: Gargonia/ shutterstock.com


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