Armutsforscher: Hartz IV Empfänger brauchen Corona-Zuschuss!

Ältere Frau mit Gesichtsmaske hält leeres Portemonnaie hoch

Das Coronavirus verbreitet sich weiter rasant in Deutschland. Die John Hopkins-Universität berichtet mittlerweile über 71.808 Infizierte und 775 Todesfälle in der Bundesrepublik allein (Stand 01.04.2020). Besonders die Ärmsten der Gesellschaft leiden unter dem Ausnahmezustand. Armutsforscher Christoph Butterwegge warnt davor, dass Leistungsempfänger in der Corona-Krise auf der Strecke bleiben könnten – daher fordert er eine Soforthilfe.

Armutsforscher kritisiert Hilfspaket

Bislang scheint das Herunterfahren des öffentlichen Lebens noch nicht die gewünschte Wirkung gezeigt zu haben, Geschäfte und Unternehmen trifft diese Maßnahme jedoch hart. Aus diesem Grund schickt die Regierung Hilfspakete auf den Weg, die den Firmen über die Zeit hinweghelfen sollen. Doch die finanzielle Hilfe sei nicht für alle gedacht, so Christoph Butterwegge:

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Von den Rettungspaketen für die Unternehmen kommt im Kellergeschoss der Gesellschaft wenig an“, kritisiert der Armutsforscher gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Finanzschwache Bürger als Verlierer der Corona-Krise

Der Armutsforscher fürchtet eine Zerstörung der „ohnehin brüchigen Lebensgrundlage der Ärmsten“. Aus seiner Sicht wirke sich die Corona-Krise „nicht allein auf die Immunschwachen, sondern auch auf die Einkommensschwachen fatal aus. Tafeln schließen und Bettler bekommen nichts mehr, weil die Straßen leergefegt sind und alle eine Infektion fürchten“, warnt Butterwegge. Für ihn gibt es nur eine Lösung: Corona-Hilfen für Leistungsbezieher.

Rettungspaket für Hartz IV Empfänger

Erfahren die Hartz-IV-Bezieher jetzt keine Aufstockung ihres Regelbedarfs, und sei es auch nur für eine Übergangszeit, versündigt sich der Sozialstaat an den Einkommensschwächsten“, mahnt der Armutsforscher. „Einem alleinstehenden Hartz-IV-Bezieher werden für Nahrung und Getränke gerade einmal 150 Euro im Monat zugebilligt“, davon könne niemand in Zeiten von geschlossenen Tafel-Läden und Sozialkaufhäusern gesund leben. Butterwegge schlägt folgendes Hilfskonzept vor:

Konkret erwarte ich, dass es für Hartz-IV-Bezieher sowie Empfänger der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung einen Ernährungszuschlag von monatlich 100 Euro gibt“.

Butterwegge reiht sich damit in eine Riege mit Katja Kipping (Linke) und Pascal Kober (FDP) ein, die ihrerseits bereits den Corona-Zuschlag auf Hartz IV verlangten.

Titelbild: AJR_photo/ shutterstock.com