Hartz IV Betroffene versuchen vergeblich Jobcenter telefonisch zu erreichen

schwarzer Hörer in roter Telefonzelle

Weiterhin sind die Telefone der Jobcenter und Arbeitsagenturen aufgrund des hohen Anruferaufkommens lahmgelegt und – wenn überhaupt – nur sehr eingeschränkt erreichbar.

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10-faches Anruferaufkommen überlastet Netz

Laut einer heutigen Pressemitteilung der Bundesagentur für Arbeit hat sich das Anruferaufkommen zum üblichen Rahmen verzechnfacht, weshalb das Telefonnetz des Providers überlastet ist.

Lokale Rufnummern werden eingerichtet

Um die telefonische Infrastruktur wieder herzustellen, gab die Bundesagentur für Arbeit (BA) heute in einer Pressemitteilung bekannt, dass lokale Rufnummern eingerichtet werden, die sodann örtlich bekannt gegeben werden.

Viele Jobcenter für Kundenverkehr geschlossen

Hartz IV Beziehende haben aktuell kaum Möglichkeiten, mit dem Jobcenter in Kontakt zu treten. Die Leistungsträger schotten sich sich ab vom persönlichen Kundenverkehr – es bleibt also nur noch Telefon, Fax und Email. Die ersten beiden sind aus o.g. Gründen nicht verfügbar. In welcher Zeit – und ob überhaupt – die Emails bearbeitet werden, steht auch in den Sternen.

Insgesamt stehen die Jobcenter Kunden ohne weitere Informationen im Regen. Manche Hartz IV Beziehende wurden angerufen, dass Ihre Termine ersatzlos gestrichen wurden, andere können nur Informationen von Aushängen oder den Webseiten nehmen.

Bundesministerium für Arbeit und Soziales veröffentlicht auf Twitter

Das Arbeitsministerium veröffentlichte heute folgende Meldung auf Twitter:

Auszug aus Twitter des Bundesminsteriums für Arbeit und Soziales zur CoronaVirus

Nur vage Informationen

Mit diesen vagen Informationen wissen Betroffene verständlicherweise nicht viel anzufangen, und versuchen deshalb vergeblich telefonisch mit den Jobcentern in Kontakt zu treten.

Alleine die Aussage “auf Notfälle beschränken” wirft Fragen auf, schließlich handelt es sich bei Hartz IV Leistungen um die existentielle Grundsicherung – per se also meistens Notfälle. Gerade Betroffene, die erstmalig in dieser schwierigen Zeit mit dem Jobcenter in Kontakt treten müssen, sind höchst verunsichert, weil sie nicht wissen, wie die gesamte Antragstellung und Bearbeitung funktionieren.

Nähere Informationen gibt es auch nicht von den örtlichen Jobcentern, da diese einfach die Meldungen von der Bundesagentur für Arbeit kopieren, ohne den eigenen Kunden nähere Informationen zum weiteren Verfahren zur Verfügung zu stellen.

Vorhandenes Misstrauen schreckt ab

Schaut man sich die Kommentare in den Sozialen Medien zu diesen Meldungen an, wird auch deutlich, dass viele Hartz IV Betroffene über die Jahre Misstrauen gegenüber den Jobcentern aufgebaut haben. An diesen Kundenkreis lässt sich nur schwer vermitteln, dass (wie die BA schreibt):

Für alle Termine gilt: Kundinnen und Kunden müssen den Termin NICHT absagen. Es gibt keine Nachteile. Es gibt keine Rechtsfolgen und Sanktionen.

Regierung will Wirtschaft stärken

Zudem ist in den Medien zu lesen und zu hören, dass die Bundesregierung die Wirtschaft und damit die Unternehmen stärken will. Vor Arbeitslosigkeit soll das Kurzarbeitergeld schützen – auch hier häufen sich die Fragen, auf die es noch keine Antworten gibt.

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Die finanziell Schwächsten der Gesellschaft – nämlich Hartz IV Bedürftige – bleiben bei den Überlegungen zur Bewältigung der Corona-Krise öffentlich unbedacht. Aktuell ist davon auszugehen, dass das gesamte öffentliche und soziale Leben zum Erliegen kommt.

Anschaffung eines Notvorrats unmöglich

Dieses Gefühl wird auch mit leergeräumten Regalen in Supermärkten verstärkt, schließlich hat die Bundesregierung auch eine Empfehlung zur Anschaffung eines Notvorrats. Hartz IV Betroffene, die diese enormen Summen zur Bevorratung nicht aufwenden können, gehen leider leer aus. Auf Nachfrage eines unseres Lesers auf der Facebook Seite der Bundesregierung, ob Hartz IV Bedürftige einen Mehrbedarf Anspruch hätten, hieß es nur, dass der Notvorrat eine Empfehlung und keine Verpflichtung und darüberhinaus auch mit der Grundsicherung zu bewerkstelligen sei.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage entwickelt und ob Bundesagentur für Arbeit und die Jobcenter ihre Informationspolitik gegenüber ihren Kunden verbessern. Funbktionierende Telefonanlagen wären schon mal ein guter Anfang. 

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