Sozialverband fordert: Mehr Hartz IV in der Corona-Krise

Mann infiziert mit Corona-Virus

Das Coronavirus versetzt Deutschland aktuell in einen Ausnahmezustand. Dabei sorgt nicht nur die Ausbreitung von Covid-19 selbst für Panik, sondern auch die möglichen wirtschaftlichen Folgen. Aus diesem Grund hat der Sozialverband Deutschland nun einen Plan, um die Wirtschaft zu stabilisieren.

SoVD will Regelsatz erhöhen

Die Lage ist ernst: Über 1.500 Menschen haben sich laut Angaben des Robert Koch Instituts bereits mit dem Virus infiziert (Stand: 12.03.2020, 09:00 Uhr) – und es werden stetig mehr. Zwischen Massenpanik und Hamsterkäufen wird eine Bevölkerungsgruppe, wie so oft, völlig außer Acht gelassen: Hartz IV Empfänger. Doch der Sozialverband Deutschland (SoVD) will das nun ändern und fordert eine Erhöhung des Regelsatzes in der Corona-Krise

Hartz IV Erhöhung könnte Wirtschaft in Krise unterstützen

Klaus Wicher, Landesvorsitzender des SoVD in Hamburg sieht in der Hartz IV Erhöhung eine Lösung:

„Die Erhöhung der Regelsätze in der Grundsicherung und bei Hartz IV würde sofort zu mehr Konsum führen und die deutsche Wirtschaft in einer sehr schwierigen Krise unterstützen“.

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Außerdem könnte ein solches Programm die Lebenssituation vieler Bürger und Bürgerinnen bedeutend verbessern, so Wicher in einer Pressemitteilung des SoVD.

Unterversorgung von Hartz IV Empfängern

Eine Erhöhung des Hartz IV Regelsatzes könnte außerdem der Unterversorgung von Hartz IV Empfängern während des Corona-Ausbruches (HartzIV.org berichtete) entgegengehen. Während sich viele Deutsche mit Hamsterkäufen im Wert von mehreren Hundert Euro einen Notvorrat zulegen, haben Leistungsbezieher häufig Schwierigkeiten, den Wocheneinkauf zu bezahlen. Einen Anspruch auf Mehrbedarf für den Notvorrat besteht für HArtz IV Empfänger aktuell nicht. 

Ankurbelung des Binnenmarktes

Doch nicht nur die finanzielle Situation vieler Leistungsempfänger könnte auf diese Weise drastisch verbessert werden. Eine Erhöhung des Regelsatzes hätte auch Auswirkungen auf den Binnenmarkt: „Der Binnenmarkt benötigt dringend Impulse, die so schnell erreicht würden, weil Grundsicherungs- und Hartz IV-Empfänger ihr zusätzliches Einkommen sofort in den Konsum umsetzen.“

Aus Wichers Sicht könnte der Aufbau eines sozialen Arbeitsmarktes ebenfalls förderlich für Langzeitarbeitslose sein. Hierbei sei es vor allem wichtig, dass die Regierung schnell und effizient handele. Aktuell sind seitens der Regierung jedoch trotz Empfehlungen keine Erhöhungen oder Zuschüsse der Grundsicherung geplant.

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Titelbild: Only_NewPhoto/ shutterstock.com