Kinderarmut: 44,8 Prozent auf Hartz IV angewiesen

Kinderarmut: 44,8 Prozent auf Hartz IV angewiesen

In Berlin freut man sich, anderenorts schrillen die Alarmglocken. Während die aktuelle Statistik für die Bundeshauptstadt weniger Hartz IV Empfänger ausweist, sind in Nette bei Dortmund inzwischen 44,8 Prozent aller Kinder unter 15 Jahren auf Grundsicherung angewiesen. Ähnlich verhält es sich in vielen anderen Städten, wo Armut längst an der Tagesordnung ist.

Positive Entwicklung in Berlin

Angesichts der neuen Hartz IV Zahlen klopft man sich in Berlin auf die Schultern. In den vergangen beiden Jahren war der Rückgang bei Haushalten und Personen, die Grundsicherung erhalten, besonders groß. Von 2006 bis 2019 sank die Zahl der Hartz IV Empfänger um knapp 100.000 auf 351.900. Von den Flüchtlingen hätte inzwischen 15.000 eine Arbeit gefunden und es müssten immer weniger Arbeitnehmer ihren geringen Lohn mit Sozialleistungen aufstocken.

Zu verdanken habe man dies den steigenden Löhnen. In Berlin liege man nur noch 62 Euro hinter dem Bundesniveau, so der Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit (BA), Bernd Becking. Allerdings werde die Arbeitslosenquote wohl auch in diesem Jahr noch über sieben Prozent bleiben. Davon kann man in anderen Städten nur träumen. Das gilt unter anderem für viele Gemeinden im Ruhrgebiet.

Verarmung droht

Nette ist ein solches Beispiel. Der jetzt vorgestellte Bericht zur sozialen Lage nennt beängstigende Zahlen. Demnach leben 44,8 Prozent der Kinder in SGB II-Bezug oder anders ausgedrückt: Es sind Hartz IV Kinder. Damit driftet der Ort immer weiter in die Armut ab und ist daher einer von 13 städtischen Räumen im Aktionsplan Soziale Stadt.

Dass sich in einigen Regionen eine Armutsspirale entwickelt, war abzusehen. Davor haben die Linken und Sozialverbände schon vor längerer Zeit gewarnt, etwa in Dortmund: Dort ist die Zahl derer, die auf Sozialleistungen angewiesen sind, in den zurückliegenden zehn Jahren um 15.000 gestiegen. Besonders betroffen: Kinder. Deren Quote am Hartz IV Bericht kratzt auch in Dortmund längst an der 30-Prozent-Marke.

Titelbild: Tomsickova Tatyana / shutterstock.com

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