Hartz IV: Jobcenter verschickt Mahnung an 11-jähriges Kind

Hartz IV: Jobcenter verschickt Mahnung an 11-jähriges Kind

Geschichten √ľber Deutschlands Jobcenter h√∂ren wir nur allzu oft. Was sich jetzt jedoch das Jobcenter Bielefeld geleistet hat, ist nahezu absurd. Eine 11-J√§hrige erhielt vom Inkasso-Service der Agentur f√ľr Arbeit eine R√ľckzahlungsforderung inklusive Mahngeb√ľhren. Dabei ist weder das Kind, noch ihre Mutter beim Jobcenter gemeldet.

Weder Kind noch Mutter beim Jobcenter gemeldet

Das Jobcenter Bielefeld schie√üt den Vogel ab: Einer Zahlungsaufforderung in H√∂he von 74 Euro und Mahngeb√ľhren von 5 Euro soll das M√§dchen laut Amt nachkommen. Sie ist jedoch schulpflichtig ‚Äď weder arbeitslos noch erh√§lt das Kind Leistungen des Jobcenters. Ihre Mutter ist ebenso wenig arbeitslos oder beim Jobcenter gemeldet. Sie konnte die Mahnung an ihre Tochter nicht nachvollziehen. Auf Anfrage beim Amt erhielt sie keine Auskunft, da es sich bei ihrer Person scheinbar ja nicht um die beim Jobcenter gemeldete Leistungsempf√§ngerin handele.

Vermutung der Mutter bestätigt sich

Doch eine Vermutung hatte die Mutter aus Bielefeld. Der arbeitslose Vater des 11-jährigen Mädchens erhält Leistungen des Jobcenters. Sein Kind besucht ihn lediglich jedes zweite Wochenende in seiner Wohnung. Warum solle aber nun die minderjährige Tochter einer Forderung des Jobcenters nachkommen? Der Vater des Mädchens konnte zur Beantwortung der Frage nicht beitragen.

Da das Schreiben vom Inkasso-Service eine Frist enthielt, suchte die ratlose Mutter Hilfe bei einer regionalen Zeitung. Auf Anfrage der Zeitung, erhielten die Betroffenen eine Antwort der Pressesprecherin des Amtes: Grundsätzlich könnten auch Kinder als Teil der Bedarfsgemeinschaft Zahlungsaufforderungen erhalten.

Jobcenter räumt Fehler ein

Im vorliegenden Fall r√§umt die Sprecherin jedoch einen Fehler seitens des Jobcenters ein. Das Schreiben h√§tte an den Vater der Minderj√§hrigen gehen m√ľssen. Durch ein technisches Vers√§umnis h√§tte das Jobcenter Bielefeld das Schreiben aber falsch adressiert. Inhaltlich sei es zwar richtig aber an die falsche Person geschickt wurden.

Die Pressesprecherin bat die Mutter darum, dem Jobcenter nun die Adresse des Vaters zukommen zu lassen (Anmerkung der Redaktion: √úber diese Aussage sind wir auch etwas verwundert. Sollte das Jobcenter nicht schon l√§ngst √ľber die Adresse des Vaters verf√ľgen?)

Letztendlich wissen Mutter und Tochter nicht, wieso das Amt vom Vater Geld zur√ľckfordert. Doch beide sind sich dar√ľber einig, dass sie jetzt und zuk√ľnftig nichts mehr mit dem Jobcenter zu tun haben wollen.

Titelbild: wavebreakmedia / shutterstock.com