Hartz IV ist kein Wunschkonzert – Jens Spahn über zumutbare Jobs

Hartz IV ist kein Wunschkonzert – Jens Spahn über zumutbare Jobs

Im Kampf um den CDU-Parteivorsitz hat Jens Spahn, der am wenigsten aussichtsreiche Kandidat auf die Merkel-Nachfolge, mal wieder die Keule ausgepackt. Seine Meinung zu Hartz IV ist hinlänglich bekannt: Die Grundsicherung sei nicht mit Armut gleichzusetzen. Und er legte beim Bild-Talk auch gleich nach. Es sei besser, einer schlecht bezahlten Arbeit nachzugehen, als nichts zu tun. Schließlich drehe sich nicht alles um den Wunsch-Job.

Schlecht bezahlte Arbeit ist akzeptabel

In die Nesseln gesetzt hat sich Jens Spahn bereits. Warum also nicht weiter austeilen und munter auf dem Klischee des arbeitsscheuen Hartz IV Empfängers herumreiten. Die Diskussion über die Zumutbarkeit von Jobs sei für ihn absolut unverständlich, betonte der CDU-Mann. „Warum hätten wir das Recht, von Verkäufern im Einzelhandel, von ihren Steuern, unseren Lebensunterhalt finanzieren zu lassen, obwohl wir doch im Zweifel arbeiten könnten?“

Man müsse sich vom Wunsch-Job verabschieden. Für ihn sei es kein Problem, wenn man nicht den Traumjob hat. Es sei vielleicht nicht die Arbeit als Minister, „es ist kellnern, es ist reinigen, es ist Handwerk“. „Warum ist uns das nicht mehr zumutbar, das muss mir mal jemand erklären?“, so Spahn. Die Gesellschaft dürfe die Erwartung haben, dass jeder sich im Rahmen seiner Möglichkeiten einbringt.

Hartz-IV-Sanktionen müssen bleiben

Deshalb müssen die Hartz IV Sanktionen aus Sicht von Jens Spahn auch bleiben. Selbst eine Lockerung der Sanktionen lehnt der Kandidat auf den Parteivorsitz grundlegend ab. „Warum soll jemand, der 23 ist und nächste Woche einen Termin im Jobcenter hat, nicht um 10 Uhr aufstehen?“, meint der Bundesminister für Gesundheit.

Damit bedient Spahn die Hardliner seiner Partei. Während viele andere Politiker sich Gedanken darüber machen, wie das Sozialsystem überarbeitet und verbessert werden kann, drückt er den Hartz IV Empfängern den „Schwarzen Peter“ in die Hand. Dabei ist es nachweislich nur ein kleiner Teil derer, die Grundsicherung erhalten, der sich nicht an die Spielregeln hält.

Titelbild: Diego Cervo / shutterstock.com