Traurig: Datenschutz raubt Hartz IV Kindern das Weihnachtsgeschenk

Traurig: Datenschutz raubt Hartz IV Kindern das Weihnachtsgeschenk

Leuchtende Kinderaugen sind fĂŒr Eltern an Weihnachten das Schönste. Wenn die Kleinen ihre Geschenke auspacken, anfangen zu spielen, Mama und Papa drĂŒcken. FĂŒr Kinder aus Hartz IV Familien fĂ€llt die Bescherung in der Regel nicht ganz so groß aus. Deshalb kann das BemĂŒhen vieler Vereine und Hilfswerke gar nicht hoch genug eingeschĂ€tzt werden, diesen Familien zu helfen. Doch damit ist jetzt Schluss. Dem Monster namens Datenschutz-Grundverordnung sei Dank. 

Hilfswerk kann nicht helfen

70 Jahre lang hat das Schwandorfer Hilfswerk bedĂŒrftige Familien an Weihnachten unterstĂŒtzt. Anfangs waren es Geschenke, spĂ€ter Geld, dann Gutscheine ĂŒber 50 Euro. „Es gibt auch heute noch viele Kinder, mit denen es das Leben bisher nicht ganz so gut gemeint hat. Den Kindern gerade an Weihnachten eine Freude zu bereiten, ist eines der Ziele des Schwandorfer Hilfswerkes“, steht auf der Seite der Großen Kreisstadt.

Diese Tradition findet jetzt ein jĂ€hes Ende. Der Stadtrat wĂŒrde gerne weitermachen und war verwundert angesichts der AnkĂŒndigung von OberbĂŒrgermeister Andreas Feller, dass es in diesem Jahr keine Geschenke fĂŒr Hartz IV Kinder gibt. Das Problem sind nicht die Finanzen. Es ist – man mag es kaum glauben – der Datenschutz. Mit EinfĂŒhrung der Datenschutz-Grundverordnung ist es nicht lĂ€nger gestattet, dem Hilfswerk die Daten der Familien zu ĂŒbermitteln.

BedĂŒrftige gehen leer aus

Die von der EU diktierten und schon oft kritisierten Rahmenbedingungen verbieten „den notwendigen Transfer personenbezogener Daten“. Das Hilfswerk hat daher keine Ahnung, welche Kinder betroffen sind und dringend Hilfe nötig hĂ€tten. Kurzum: Die Einrichtung darf ihrem Credo, „in die Zeit der allgemeinen Freude, die das Weihnachtsfest ausstrahlt, sollen diese jungen MitbĂŒrger einbezogen werden“, nicht mehr nachkommen.

Diese Entwicklung wird vom Stadtrat der Großen Kreisstadt Schwandorf ebenso wie vom Jobcenter bedauert. Datenschutzrechtliche Bedenken habe es zwar immer schon gegeben, so der Leiter des Jobcenters. Mit der neuen Datenschutz-Grundverordnung sind die Regeln nun aber so streng geworden, dass bei einem Verstoß juristische Schritte drohen. Da zeigt sich einmal mehr, wo die PrioritĂ€ten liegen. Datenschutz geht inzwischen offenbar vor Kinderwohl und Kinderfreude – und das ist einfach nur traurig.

Titelbild: Soloviova Liudmyla / shutterstock.com