Hartz IV Posse – Jobcenter fordert Hartz IV von 13-Jährigen zurück

Hartz IV Posse – Jobcenter fordert Hartz IV von 13-Jährigen zurück

Fehler von Jobcentern sind normalerweise kaum mehr eine Schlagzeile wert. Schlichtweg, weil sie an der Tagesordnung sind. Wenn nun aber ein 13-Jähriger Post vom Amt bekommt und zur Rückzahlung von Hartz IV aufgefordert wird, obwohl der Jugendliche nie Leistungsempfänger war, gehört das unzweifelhaft in die Kategorie Behördenirrsinn.

Vater legt sich mit Behörde an

93,02 Euro – um diesen Betrag ging es in dem Fall. Sollte der Junge nicht bezahlen, müsse er damit rechnen, dass „zusätzliche Kosten sowie Unannehmlichkeiten entstehen“. So steht es in der Aufforderung eines Inkassobüros, das vom Jobcenter Vogtland beauftragt wurde. Dem Vater des 13-Jährigen platzte angesichts dieser Forderung der Kragen. Der Mann, Kommunalpolitiker der Linken, zog nun seinerseits alle Hebel, um Klarheit zu erhalten.

Genützt hat es ihm nur bedingt. Gegenüber der Lokalzeitung „Freie Presse“ erklärte er: „Weder ich noch meine Kinder haben überhaupt Leistungen vom Jobcenter oder der Arbeitsagentur erhalten, nicht mal beantragt.“ Umso mehr ärgerte er sich über den Behördenfehler und legte sofort Widerspruch ein.

Untätigkeits- und Dienstaufsichtsbeschwerde

Doch statt den Vorgang von A bis Z aufzuklären, kam nur ein Anruf. Das Jobcenter bestätigte die falsche Forderung. Damit gab sich der Politiker nicht zufrieden. Er wollte etwas Schriftliches. Denn: „Am Telefon erzählen kann man mir viel – darauf kann ich mich im Ernstfall nicht berufen“, betonte  der Vater. Er brauche es schwarz auf weiß.

Für den nötigen Nachdruck sorgte er mit einer Untätigkeits– und Dienstaufsichtsbeschwerde – zusätzlich zu seiner Fristsetzung. Hätte er nichts mehr gehört – oder vielmehr gelesen – wäre der Fall bis vor das Verwaltungsgericht gegangen. Das ist offenbar nicht mehr nötig. Die Chefin des Jobcenters Vogtland hat sich entschuldigt und erklärt, dass man den Widerspruch nicht rechtzeitig an das Inkassobüro weitergeleitet habe und der Sohn niemals ein solches Schreiben hätte erhalten sollen.

Späte Einsicht – vor allem aber ein Fehler, der nicht passieren darf.

Bildquelle: Katy Spichal / shutterstock.com