Hartz IV trotz Arbeit – Trauriger Alltag in Deutschland

Hartz IV trotz Arbeit – Trauriger Alltag in Deutschland

Wenn der Lohn und damit der eigenen Hände Arbeit nicht zum Leben reicht, ist das deprimierend und wirft ein äußerst schlechtes Licht auf Politik und Wirtschaft. Statt für faire Arbeitsbedingungen zu sorgen, zahlt der Staat lieber Milliarden Euro an Aufstocker bzw. sogenannte Hartz IV Bedarfsgemeinschaften mit mindestens einem abhängigen Erwerbstätigen. 2017 überstiegen die Leistungen für diese Familien erstmals wieder die Zehn-Milliarden-Euro-Grenze.

Hunderttausende sind betroffen

Angesichts dieser Zahl kann man sich vorstellen, dass es nicht nur ein paar Betroffene gibt. Es sind hunderttausende Familien, die trotz Arbeit auf Hartz IV Leistungen angewiesen sind. Und das nicht erst seit gestern, sondern schon seit Jahren. Laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit wurden allein im Zeitraum von 2007 bis 2017 über 107 Milliarden Euro aufgebracht, um Aufstockern ein zumindest ansatzweise auskömmliches Leben zu ermöglichen.

Das galt 2017 für insgesamt 982.089 Hartz IV Bedarfsgemeinschaften. Darunter waren 362.303 Familien mit mindestens einem ausschließlich geringfügig Beschäftigen. Diese Zahlen sollten aufhorchen lassen. Es sind Menschen, die malochen, um ihre Familie über Wasser zu halten – nur um dann doch zum Bittsteller werden und zum Amt gehen zu müssen. Je Haushalt gab es im Schnitt 849 Euro pro Monat.

Der Staat leistet prekärer Beschäftigung Vorschub

Die Fraktion der Linken hat sich näher mit den Daten befasst. Sabine Zimmermann als arbeitsmarktpolitische Sprecherin nimmt bei ihrem Fazit kein Blatt vor den Mund: „Die Gesellschaft subventioniert seit vielen Jahren Arbeitgeber, die Niedriglöhne zahlen oder ihren Beschäftigten nur Arbeitsverhältnisse in Teilzeit oder Minijobs anbieten, obwohl viele gerne länger arbeiten würden.“

Dadurch werde die prekäre Beschäftigung vorangetrieben. Als Lösung sieht Sabine Zimmermann gleich ein ganzes Bündel an Maßnahmen. Zunächst einmal müsse der Mindestlohn angehoben werden. Eine Forderung, die unter anderem auch von den Sozialverbänden unterstützt wird. Zudem gelte es, die systematische Niedriglohnbeschäftigung in Form der Leiharbeit zu unterbinden und Minijobs in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu überführen.

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