Studie beweist: Wohngeld & Co. scheitern klÀglich!

Studie beweist: Wohngeld & Co. scheitern klÀglich!

30 Prozent des Nettoeinkommens gelten mit Blick auf Miete und Nebenkosten als Schwellenwert, damit ausreichend Geld fĂŒr alle anderen Lebensbereiche bleibt. 8,6 Millionen BundesbĂŒrger geben  jedoch deutlich mehr aus, um ein Dach ĂŒber dem Kopf zu haben. Das soll durch das Wohngeld, den sozialen Wohnungsbau und die Mietpreisbremse eigentlich verhindert werden. Eine Studie beweist nun: Die wohnungspolitischen Instrumente bringen den Betroffenen nur herzlich wenig.

Begrenzt hilfreich

Das Fazit der Berliner Humboldt-UniversitĂ€t, die im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung die drei Optionen unter die Lupe genommen hat, fĂ€llt ernĂŒchternd aus. Wohngeld und Co. seien „nur sehr begrenzt hilfreich, die sozialen VersorgungslĂŒcken fĂŒr Haushalte mit geringem Einkommen zu schließen“. Daran Ă€ndert auch der Umstand, dass im Jahr 2017 rund 27.000 Sozialwohnungen fertiggestellt wurden, kaum etwas.

DafĂŒr sind die Probleme am Wohnungsmarkt zu gravierend. Das belegen bereits die Zahlen. 90.000 Sozialwohnungen fallen jĂ€hrlich aus der Mietpreisbindung. DemgegenĂŒber stehen deutlich weniger geförderte Neubauten. Das hat bereits 2014 dazu gefĂŒhrt, dass in den zehn grĂ¶ĂŸten StĂ€dten Deutschlands 900.000 Wohnungen fĂŒr Haushalte mit niedrigem Einkommen fehlten. Um dieses MissverhĂ€ltnis endlich in den Griff zu bekommen, brĂ€uchte es Jahr fĂŒr Jahr 70.000 neuer Sozialwohnungen.

Der geförderte Wohnbau ist zu teuer

Doch selbst, wenn mehr gebaut wĂŒrde, bleibt ein Problem bestehen: Besonders einkommensschwache Haushalte können sich nicht einmal diesen Wohnraum leisten. Somit hat der geförderte Wohnungsbau aus Sicht der Forscher nur ein „begrenztes Potenzial“.

Ein Ă€hnlich vernichtendes Urteil fĂ€llen die Wissenschaftler beim Wohngeld. 600.000 Haushalte haben 2017 knapp 1,1 Milliarden Euro erhalten. Das sind nur 1,2 Prozent der Haushalte in den GroßstĂ€dten – insbesondere aufgrund der engen Obergrenzen, die fĂŒr Mieten und Einkommen gelten. Hinzu kommt: Trotz Wohngeld mĂŒssen die Betroffenen oft mehr als 40 Prozent ihrer EinkĂŒnfte fĂŒr die Miete aufbringen. Zudem laufen die Preise auf dem Wohnungsmarkt dem Wohngeld davon.

WohnkostenĂŒbernahme bei Hartz IV

FĂŒr die Wohnkosten von Hartz IV EmpfĂ€ngern zahlt der Staat jĂ€hrlich rund 15 Milliarden Euro. Auch hier gibt es Kritik: „Das Geld fließt zum großen Teil an kommerziell agierende Vermieter.“ Immobilienbesitzer setzten vor allem auf sichere ErtrĂ€ge, völlig unabhĂ€ngig von der Nachfrage. Besser wĂ€re es, verstĂ€rkt in den „Aufbau von dauerhaft leistbaren WohnungsbestĂ€nden“ zu investieren. Ähnlich sieht es der DGB, zumal die Mietpreisbremse als drittes Instrument am Wohnungsmarkt, einkommensschwache Haushalte ĂŒberhaupt nicht tangiert.

Titelbild: Unsplash.com – Mali Maeder