Besseres Arbeitslosengeld I soll vor Hartz IV schĂŒtzen

Besseres Arbeitslosengeld I soll vor Hartz IV schĂŒtzen

Auf der einen Seite gibt es Hartz IV. Auf der anderen das Arbeitslosengeld I. Stellt man die beiden Systeme gegenĂŒber, befindet sich der Großteil der LeistungsempfĂ€nger in der Grundsicherung. Ein Zustand, mit dem die Opposition nicht einverstanden ist. Sie fordert einen leichteren Zugang zum Arbeitslosengeld I und beruft sich dabei vor allem auf die Daten der Bundesagentur fĂŒr Arbeit.

Zwei Drittel der Erwerbslosen beziehen Hartz IV

Die Statistik zeichnet ein eher dĂŒsteres Bild. Von denen, die auf Leistungen vom Staat angewiesen sind, befinden sich 66,2 Prozent – also zwei von drei Betroffenen – im Hartz-IV-System. Die Arbeitslosenversicherung betreut lediglich 33,8 Prozent. Das sind die Durchschnittswerte. Regional ergibt sich teilweise ein völlig anderes Bild. Denn in einigen BundeslĂ€ndern verschiebt sich das VerhĂ€ltnis von Hartz IV zum Arbeitslosengeld I merklich Richtung Grundsicherung.

Die wenigsten Hartz-IV-EmpfĂ€nger haben demnach Bayern (47,7 Prozent) und Baden-WĂŒrttemberg (54,8 Prozent). Ganz anders sieht es in Bremen aus. Hier erhalten 78,1 Prozent aller Erwerbslosen die Grundsicherung. FĂŒr Berlin (74,6 Prozent), Sachsen-Anhalt (72,2), Nordrhein-Westfalen (71,1 Prozent) und Branden (70,2 Prozent) listet die Bundesagentur fĂŒr Arbeit Ă€hnlich schlecht Werte auf.

Die Arbeitslosenversicherung stÀrken

Die Linke-Arbeitsexpertin Sabine Zimmermann fordert angesichts dieser Zahlen und der aktuellen Entwicklung ein Umdenken. „Die gute Finanzlage der Bundesagentur fĂŒr Arbeit sollte Anlass fĂŒr die Bundesregierung sein, die Arbeitslosenversicherung zu stĂ€rken und auszubauen“, sagt sie. Wie geplant den Beitragssatz um 0,5 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent zu senken, komme nur den Unternehmen zugute.

Stattdessen mĂŒsse es sich vor allem fĂŒr die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer lohnen, indem neben den Leistungen auch der Zugang zur Arbeitslosenversicherung verbessert wird. Konkret mĂŒsse die Rahmenfrist von 24 auf 36 Monate ausgedehnt werden und ein Anspruch auf Arbeitslosengeld I bereits nach vier Monaten Beitragszeit bestehen. Vorgesehen ist, die Frist auf 30 Monate zu verlĂ€ngern, bei mindestens zwölf Monaten, in denen BeitrĂ€ge gezahlt wurden.

Titelbild: fotolia.com – Coloures-Pic