Anspruch auf mehr WohnflĂ€che fĂŒr Hartz IV Paare ab 2019

Anspruch auf mehr WohnflĂ€che fĂŒr Hartz IV Paare ab 2019

Bezahlbarer Wohnraum ist knapp. Dieses Problem besteht nicht nur in Berlin, sondern in nahezu allen StĂ€dten und Gemeinden. Mit Blick auf Hartz-IV-EmpfĂ€nger haben darauf bislang aber nur wenige Verwaltungen reagiert, unter anderem in der Hauptstadt. Dort soll die berĂŒcksichtigte WohnflĂ€che fĂŒr Paare ab Mitte 2019 von derzeit 60 auf 65 Quadratmeter erhöht werden. Klingt nach einem kleinen Schritt, bringt fĂŒr viele aber die so wichtige finanzielle Sicherheit.

Jeder Zweite zahlt bei der Miete drauf

Aktuell ist die Situation verfahren – zumindest fĂŒr jene, deren Wohnung grĂ¶ĂŸer und/oder teurer ist als es die Hartz-IV-Regeln vorsehen. Sie mĂŒssen die Differenz aus eigener Tasche bezahlen. Das trifft in der Hauptstadt derzeit auf 47,1 Prozent der Wohnungen zu, in denen Hartz-IV-Paare leben. Sie liegen ĂŒber den Richtwerten, die fĂŒr Berlin gelten.

In Zahlen: Paare, die in der Hauptstadt auf Hartz IV angewiesen sind, erhalten 6,25 Euro je Quadratmeter fĂŒr die Miete und 1,62 Euro je Quadratmeter fĂŒr die Betriebskosten. Und das fĂŒr maximal 60 Quadratmeter. Vielen Zweier-Bedarfsgemeinschaften reicht das nicht aus. Sie greifen auf den Hartz-IV-Regelsatz zurĂŒck, um Miete und Co. berappen zu können. FĂŒr die Berliner Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) ist das ein Unding und ein echtes Problem. „Oft ist das der Einstieg in eine Schuldenkarriere“, sagt sie.

65 statt 60 Quadratmeter

Daher soll die berĂŒcksichtigte WohnflĂ€che angehoben werden, von derzeit 60 auf 65 Quadratmeter. Bis dahin mĂŒssen sich Betroffene noch gedulden. Dieser Schritt steht fĂŒr das zweite Halbjahr 2019 an. Doch auch schon vorher sind Verbesserungen fĂŒr Hartz-IV-EmpfĂ€nger in Planung. Zum einen werden die Heizkosten angepasst. Zum anderen sollen die MitgliedsbeitrĂ€ge fĂŒr Mietervereine vom Jobcenter Berlin ĂŒbernommen werden.

Ziel der Maßnahmen ist schlichtweg die finanzielle Sicherheit der LeistungsempfĂ€nger. DafĂŒr wurden bereits mehrere Änderungen vorgenommen, sodass inzwischen rund 68 Prozent aller Hartz-IV-Haushalte innerhalb der gestatteten Miet-Grenzen leben. Profitiert haben von den Maßnahmen geschĂ€tzt 50.000 Haushalte. „Viele Menschen haben eine höhere Sicherheit und mĂŒssen nicht mehr in Angst leben“, so Sozialsenatorin Breitenbach. Eine weitere positive Auswirkung: Hartz 4 EmpfĂ€nger werden nicht aus ihrem gewohnten Umfeld verdrĂ€ngt.

Titelbild: pexels.com – Fotografin Annie Spratt