Verband stellt fest: Hartz IV sorgt fĂŒr soziale Ungleichheit!

Verband stellt fest: Hartz IV sorgt fĂŒr soziale Ungleichheit!

Das Bild, das der ParitĂ€tische Gesamtverband in seinem Jahresgutachten vom deutschen Sozialsystem, insbesondere von Hartz IV, zeichnet, ist nicht sonderlich schmeichelhaft. Die empirische Analyse des aktuellen Ist-Zustands weist auf eine „wachsende soziale Ungleichheit“ und „eine GefĂ€hrdung des sozialen Zusammenhalts in Deutschland“ hin. Kurzum: Aus Sicht des Verbandes ist ein „echtes soziales Reform- und Investitionsprogramm“ erforderlich.

Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen

Das Jahresgutachten des ParitÀtischen Gesamtverbandes legt die Finger auf eine Wunde, an der schon seit Jahren herumgedoktert wird. Dabei lassen die Experten vor allem am Hartz IV System kein gutes Haar. Es werde den Menschen, die auf die Grundsicherung angewiesen sind, nicht gerecht. Fast drei Viertel der LeistungsempfÀnger seien Kinder, ErwerbsunfÀhige, Alleinerziehende, Aufstocker oder Langzeitarbeitslose mit besonderen Schwierigkeiten.

Hartz IV und generell das Sozialsystem mĂŒssten so gestaltet werden, dass es den Menschen wieder eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erlaube. Das sei aktuell nicht der Fall. Das Ergebnis spiegelt sich im Jahresgutachten wider. Darin heißt es unter anderem, dass immerhin knapp 90 Prozent der Deutschen Sorgen um den sozialen Zusammenhalt haben. Um das zu Ă€ndern, seien vor allem zwei Aspekte wichtig: bessere Hilfen fĂŒr Landzeitarbeitslose und mehr Engagement gegen die Altersarmut.

Forderung nach höherem Mindestlohn

Die Kritik des ParitĂ€tischen Gesamtverbandes richtet sich ganz klar gegen die Politik. „Das Jahresgutachten zeigt: In der Gesetzgebung der vergangenen Jahre gibt es ein doppeltes Defizit. Es fehlt an politischen Maßnahmen, die gezielt darauf gerichtet sind, gerade besonders von Einkommensarmut betroffene oder gefĂ€hrdete Personengruppen zu unterstĂŒtzen“, betont der Vorsitzende Professor Dr. Rolf Rosenbrock. Zudem mangele es am politischen Willen, die bestehende Ungleichheit durch eine stĂ€rkere Besteuerung leistungsfĂ€higer Bevölkerungsgruppen beseitigen zu helfen.

Aus diesen Aussagen resultieren klare Forderungen: nach einer höheren Grundsicherung und einem Mindesteinkommen in Höhe von zwölf Euro pro Stunde. DarĂŒber hinaus mĂŒsse die Arbeits- und die Rentenversicherung gestĂ€rkt werden. Die Kosten fĂŒr die Reformen beziffert der Verband auf 50 Milliarden Euro plus einem Steuerausfall in Höhe von 15 Milliarden Euro. RĂŒckenwind erhĂ€lt der ParitĂ€tische Gesamtverband von der Partei Die Linke. Sie stĂ¶ĂŸt ins gleiche Horn und verlangt vor allem eine Steuerreform, um damit zum Beispiel die Kinderarmut zu bekĂ€mpfen.

Titelbild: Pexels.com – Rebcenter Moscow