Hartz IV EmpfÀngerin vom Jobcenter beschattet

Hartz IV EmpfÀngerin vom Jobcenter beschattet

Als Hartz-IV-EmpfĂ€nger muss man jederzeit damit rechnen, dass sich das Jobcenter ankĂŒndigt, klingelt und prĂŒft, ob man möglicherweise nicht doch ĂŒber seine VerhĂ€ltnisse lebt. Wenn der Außendienst des Jobcenters aber durchs KĂŒchenfenster lugt und 31 Mal vor der TĂŒr steht, grenzt das an Beschattung. Da die alleinerziehende junge Mutter dabei nicht angetroffen wurde, strich das Jobcenter ihr alle Sozialleistungen.

Sozialbetrug verhindern

Besuche vom Jobcenter sind absolut ĂŒblich. Denn die Angaben aus den AntrĂ€gen auf Hartz IV mĂŒssen kontrolliert werden. Schließlich könnte sonst jeder behaupten, auf Hilfe vom Staat angewiesen zu sein. Die ÜberprĂŒfung „geschieht meist im Beisein des Kunden, oder telefonisch, wenn es persönlich nicht möglich ist“, so ein Sprecher der Bundesagentur fĂŒr Arbeit (BA) gegenĂŒber Focus Online.

Sobald auch nur der geringste Zweifel daran besteht, dass der Antragssteller wahrheitsgemĂ€ĂŸe Angaben gemacht hat, kommt der Außendienst des Jobcenters ins Spiel. Er muss die Angaben ĂŒberprĂŒfen. Ein solcher Besuch werde in der Regel schriftlich angekĂŒndigt, teilweise nur zwei Tage vorher, erklĂ€rt die Bundesagentur. Ziel dieser Kontrollen sei es, Sozialbetrug zu verhindern. Deshalb, betont die BA, handle sich nicht um eine heimliche Überwachung oder gar Beschattung.

31 Besuche vom Außendienst

Dieser Eindruck wird allerdings erweckt, wenn der Außendienst eine junge Mutter gleich 31 Mal besucht und dabei durchs KĂŒchenfenster schaut. Angetroffen wurde die 27-JĂ€hrige in dieser Zeit nicht. Die Hartz IV EmpfĂ€ngerin selbst erklĂ€rte, sie sei mit den Kindern oft zu Besuch bei Verwandten.

Die Bundesagentur sieht im Blick durchs KĂŒchenfenster lediglich den letzten Versuch einer Kontaktaufnahme. Der ist gescheitert, mit der Folge, dass der Frau kein Hartz 4 mehr gezahlt wird. Denn, so der BA-Sprecher: „Es gibt in der Tat BĂŒrger, die hier einen Antrag auf Sozialhilfe stellen und dann etwa in die TĂŒrkei fliegen und dort ganz normal arbeiten.“ Zudem sei die Tatsache, dass die Frau an der von ihr genannten Adresse nicht erreichbar ist, ein gewichtiger Grund fĂŒr Zweifel am Antrag und habe Konsequenzen.