Peinlich: TV Quote machen auf Kosten von Hartz IV Empfängern

Peinlich: TV Quote machen auf Kosten von Hartz IV Empfängern

Nachdem bereits Prominente statt in den Dschungel ins Abenteuer Hartz IV geschickt wurden, folgt jetzt die nächste Doku zur Grundsicherung. RTL bringt mit Ilka Bessin, besser bekannt als Cindy aus Marzahn, ab Ende Juli ein neues Format an den Start, in dem Hartz IV Familien zeigen sollen, wie gut sie mit Geld umgehen können.

Neues Hartz IV Format mit TV-Star Ilka Bessin

Offenbar lässt sich mit Hartz IV ordentlich Quote machen. Anders lässt sich wohl kaum erklären, warum das Thema seit einiger Zeit neben den politischen News auch das TV-Programm bestimmt. Neu ist die Idee nicht, Leistungsempfänger zu Doku-Protagonisten zu machen. Schon vor ein paar Jahren begleiteten die Sender Jobcentermitarbeiter, die Hartz IV Empfängern Betrug nachweisen sollten. Und erst kürzlich lebten Prominente medienwirksam eine Zeit lang von Hartz IV.

Eine ganz andere Richtung schlägt jetzt Ilka Bessin ein. „Ich war selbst lange arbeitslos und habe Hartz IV bezogen und weiß, was das für die Menschen bedeutet“, sagt der TV-Star, „das Thema polarisiert, bedeutet für Millionen ein Leben im Abseits und die Betroffenen verhalten sich dabei manchmal so als hätten Sie eine ansteckende Krankheit.“

Ein Koffer voller Chancen für Hartz IV Empfänger

Dem Comedy-Star zur Seite stehen Berlin-Neuköllns Ex-Bürgermeister Heinz Buschkowsky und der Gründungsexperte Felix Thönnessen. Sie wollen drei Familien helfen, nicht länger auf staatliche Hilfe angewiesen zu sein. Oder in den Worten von Ilka Bessin: „In ‚Zahltag‘ wollen wir Langzeitarbeitslosen die Chance geben, sich aus der Sozialhilfefalle zu befreien.“

Die Familien erhalten einen Koffer mit bis zu 33.000 Euro. Das entspricht ungefähr dem Betrag, den eine Familie mit Anspruch auf Hartz IV im Jahr bezieht. Dafür verpflichten sich die Teilnehmer, kein Geld mehr vom Jobcenter anzunehmen. Heißt: Alle Ausgaben, von der Miete bis zur Lebenshaltung, müssen selbst gezahlt werden.

Die Zuschauer sehen dabei zu, was die Familien mit dem Geld machen. Verprassen sie es oder denken sie langfristig. Vielleicht wird mit dem Geld sogar ein Unternehmen gegründet, heißt es in den Vorankündigungen zu „Zahltag! Ein Koffer voller Chancen“. Bedient wird also wieder einmal die voyeuristische Ader – und das auf Kosten der Ärmsten. Peinlich.

Titelbild: Pexels.com – Tookapic.com