Hartz IV Empfängern wurden zwei Milliarden Euro weg sanktioniert

Hartz IV Empfängern wurden zwei Milliarden Euro weg sanktioniert

Die Hartz IV Sanktionen entwickeln sich langsam aber sicher zum Dauerbrenner. Über das Warum der Sanktionen wurde bereits diskutiert. Ebenso darüber, wie viele Leistungsempfänger gemaßregelt wurden. Inzwischen liegen auch die Zahlen zu den finanziellen Auswirkungen vor. Schließlich wird Betroffenen das Arbeitslosengeld gekürzt oder komplett gestrichen. In den vergangenen zehn Jahren summierte sich dadurch ein Betrag von rund zwei Milliarden Euro, den die Jobcenter einbehalten haben.

Im Schnitt 109 Euro Leistungskürzung pro Monat

Termin nicht eingehalten – zack. Job nicht angenommen – zack. Gründe dafür, Hartz IV Empfängern die finanziellen Mittel zu kürzen, gibt es viele. Die Frage ist, wie schwer wiegen die Strafen in Euro und Cent. Dazu liegt jetzt eine Antwort der Bundesagentur für Arbeit (BA) auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann vor. Demnach betrug die durchschnittliche Leistungskürzung im vorigen Jahr 109 Euro pro Monat.

Dieser Zahl etwas Gutes abzugewinnen, dürfte relativ schwer sein. Immerhin: Sie liegt unter dem Wert von 2007. Seinerzeit griffen die Jobcenter noch härter durch und kürzten die Bezüge im Schnitt um 127 Euro pro Monat. Mit Blick auf den Regelsatz von derzeit 416 Euro ist eine solche Einbuße ein durchaus schmerzhafter Einschnitt. Aufs Jahr gerechnet, fehlen den Betroffenen knapp 1.300 Euro.

2017: Strafen über insgesamt 178 Millionen Euro

Da es sich nicht um Einzelfälle handelt, sondern um insgesamt 952.840 Sanktionen, die im vergangenen Jahr verhängt wurden (169.844 mehr als 2007), ergibt sich ein Betrag von 178 Millionen Euro. So viel Geld wurde den betroffenen Hartz IV Empfängern (laut BA 136.799) gestrichen. In den zurückliegenden zehn Jahren waren es zwei Milliarden Euro.

An den Forderungen hat sich durch diese Zahlen nichts geändert. Der Tenor der Linken-Politikerin und vieler Verbände, wie dem Paritätischen Wohlfahrtsverband, lautet daher einhellig: Schluss mit den Hartz IV Sanktionen. Statt sich mit Strafen zu befassen, sollten die Jobcenter mehr Zeit und Energie für die Qualifizierung und die Vermittlung aufbringen.

Titelbild: Pexels.com – Fotograf Kat Jayne