Hartz IV Forderung: Schluss mit absurden Sanktionen

Hartz IV Forderung: Schluss mit absurden Sanktionen

Der ParitĂ€tische Wohlfahrtsverband hat jetzt klare Forderungen formuliert, wie Hartz IV im Sinne der Betroffenen verbessert werden kann. Eine der Kernaussagen basiert auf der aktuellen Debatte rund um KĂŒrzungen und Kontrollen. Statt weiter an einem absurden Sanktionsapparat zu arbeiten, sollten die Jobcenter sich mehr auf die Qualifizierung und die Vermittlung Arbeitsloser konzentrieren, sagt HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Ulrich Schneider.

KĂŒrzungen wegen verschusselter Termine

„Es ist geradezu absurd, welch ein Sanktionsapparat hier aufgebaut ist, um nach vereinzelten Leistungsverweigerern zu fahnden und sie abzustrafen“, so Schneider. Dabei wĂŒrden gerade einmal drei Prozent aller Hartz IV EmpfĂ€nger mit Sanktionen belegt – in der Mehrheit wegen „verschusselter Termine“ und nicht, weil sie einen Job ablehnen oder nicht arbeiten wollen.

Warum die Jobcenter so agieren, dazu hat der ParitĂ€tische Wohlfahrtsverband eine Vermutung. „Der Sanktionsapparat dient in erster Linie dazu, gegenĂŒber der Öffentlichkeit die Problematik von Langzeitarbeitslosigkeit zu individualisieren und die Schuld dem Einzelnen zuzuschreiben“, meint Ulrich Schneider. Es sei an der Zeit, diese Diskussion endlich in die richtigen Bahnen zu lenken. Denn die miserable Vermittlungsquote von nur sechs Prozent lasse sich nicht mit der mangelnden Bereitschaft der Arbeitslosen begrĂŒnden.

Statt Strafen auszusprechen lieber Potenziale wecken

UrsĂ€chlich dafĂŒr seien vor allem fehlende ArbeitsplĂ€tze, individuelle Hemmnisse und Probleme. Das Ergebnis sind gut 400.000 Hartz IV EmpfĂ€nger, die derzeit als schwer vermittelbar gelten. FĂŒr sie fordert der ParitĂ€tische Wohlfahrtsverband einen sozialen Arbeitsmarkt. Ulrich Schneider sieht hier ein „moralisches Recht auf Arbeit, die mehr bedeutet als Gelderwerb“. Arbeit sei die Nabelschnur zur Gesellschaft.

Die Jobs sollen Potenziale wecken und fördern. Falls nötig, mĂŒsse die reine Jobvermittlung von sozialer Arbeit begleitet, damit die Betroffenen nicht ĂŒberfordert werden. Die 150.000 staatlich finanzierten FĂŒnf-Jahres-Jobs, die von der Bundesregierung geplant sind, begrĂŒĂŸt der Verband zwar, sieht allerdings schon jetzt ein viel zu geringes Volumen angesichts der hohen Zahl Langzeitarbeitsloser.