Eine Million AuslÀnder beziehen Hartz IV

Eine Million AuslÀnder beziehen Hartz IV

Jeder dritte Hartz IV EmpfĂ€nger ist AuslĂ€nder. In Zahlen: 1,05 Millionen Menschen mit auslĂ€ndischen Wurzeln erhalten Leistungen vom Jobcenter. Diese Zahl nannte jetzt das Bundesarbeitsministerium auf Anfrage der AfD-Fraktion. Besonders kritisch wird dabei gesehen, dass der Großteil der LeistungsempfĂ€nger keinerlei Berufsausbildung nachweisen kann – insbesondere mit Blick auf die PlĂ€ne fĂŒr staatlich finanzierte ArbeitsplĂ€tze.

Viele LeistungsempfÀnger haben keine Ausbildung

Von den deutschen Hartz IV EmpfĂ€ngern haben etwa 50 Prozent (rund 970.000) keine Berufsausbildung. Die Quote bei den AuslĂ€ndern betrĂ€gt 85 Prozent, bezogen auf die Statistik fĂŒr Dezember 2017. Der AfD-Sozialpolitiker RenĂ© Springer fordert daher, dass „bei EmpfĂ€ngern von Arbeitslosengeld II der Fokus endlich wesentlich stĂ€rker als bisher auf die Aus- und Weiterbildung gelegt werden muss“.

Hintergrund dieser Forderung: Wer keine Lehre hat, lĂ€sst sich auf Dauer nur schwer am Arbeitsmarkt vermitteln. Daher sind 645 Millionen Euro, die im vergangenen Jahr fĂŒr Weiterbildungsmaßnahmen aufgebracht wurden, aus Sicht der AfD auch deutlich zu wenig.

Staatlich bezahlter Job statt Fortbildung

Der Gedanke, mehr Geld in Fortbildungsmaßnahmen zu investieren, deckt sich allerdings nur bedingt mit den PlĂ€nen von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil. Er will Langzeitarbeitslose direkt in den Arbeitsmarkt eingliedern und dafĂŒr FĂŒnf-Jahres-Jobs schaffen, die mit LohnkostenzuschĂŒssen vom Staat finanziert werden. Denkbar seien solche Jobs bei Unternehmen sowie bei öffentlichen und gemeinnĂŒtzigen TrĂ€gern.

Um diese PlĂ€ne realisieren zu können, stockt die Regierung den Fördermitteletat fĂŒr die Jobcenter ab 2019 jĂ€hrlich um eine Milliarde Euro auf. Das entspricht einem Plus von 20 Prozent. Damit reagieren Union und SPD auf die anhaltende Kritik, Hartz IV und die Jobcenter seien chronisch unterfinanziert. Dass diese Kritik durchaus eine Berechtigung hat, beweist der Umstand, dass ĂŒber Jahre hinweg Fördergelder in Milliardenhöhe fĂŒr Verwaltungsaufgaben umgewidmet wurden.

Titelbild: Pexels.com – Fotograf Sameel Hassen