Arbeitslosenzahlen – Tricks und Manipulationen

Arbeitslosenzahlen – Tricks und Manipulationen

Der deutschen Wirtschaft geht es gut, wie die offiziellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit belegen sollen. Von Rekordtiefstwerten ist die Rede – bei nicht einmal 2,4 Millionen Arbeitslosen und einer bundesweiten Arbeitslosenquote von nur 5,3 Prozent für April dieses Jahres. Doch diese Zahlen sind nur Augenwischerei und statistische (legale) Manipulation.

Unterbeschäftigung zählt nicht zu den Arbeitslosenzahlen

Ein Schlüsselwort, um sich die statistischen Werte aufzuhübschen lautet „Unterbeschäftigung“. Hier hat die Bundesagentur für Arbeit einen eigenen Posten, der zwar Arbeitsuchende erfasst, diese aber aus verschiedenen Gründen nicht zu den Arbeitslosen gezählt werden. Hierzu heißt es im „Monatsbericht zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt“:

In der Unterbeschäftigungsrechnung nach dem Konzept der BA sind neben den Arbeitslosen die Personen enthalten, die an entlastenden Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen oder zeitweise arbeitsunfähig erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden. Damit wird ein umfassenderes Bild über die Zahl derjenigen Menschen gezeichnet, die ihren Wunsch nach einer Beschäftigung nicht realisieren können.

Kurzum: Arbeitslose, die beispielsweise erkrankt sind oder von der Agentur für Arbeit in eine (meist sinnlose) Maßnahme vermittelt wurden, werden bei der offiziell veröffentlichen Arbeitslosenquote nicht mitgerechnet. Gleiches gilt auch für Hartz IV Leistungsempfänger über 58 Jahre, denen seit mehr als zwölf Monaten keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung angeboten wurde – diese werden nach § 53a SGB II von der offiziellen Arbeitslosenquote ausgenommen.

Um zu verdeutlichen, wie sich die Zahlen zusammensetzen, hier mal die Werte der Agentur für Arbeit aus dem Monatsbericht für April 2018:

Über 6 Millionen Hartz IV Empfänger

Bei den offiziell verkündeten Arbeitslosenzahlen wurden einfach 970.095 Personen nicht mit einberechnet – fas 29 Prozent bzw. mehr als ein Viertel. Zudem muss man sich auch die Frage stellen, wie viel Aussagekraft die von der Agentur für Arbeit verkündete Arbeitslosenzahl hat, wenn es – den aktuellsten Zahlen aus Dezember 2017 zu Folge – 6.193.407 Hartz IV Leistungsbezieher in 3.177.026 Bedarfsgemeinschaften gibt, von denen 4.246.799 erwerbsfähig sind. Von den 1.686.435 nicht erwerbsfähigen Leistungsberechtigten mit Hartz IV Anspruch sind 1.632.097 Kinder unter 15 Jahren.