Massive Kindergeld Änderung 2018

Massive Kindergeld Änderung 2018

Ab dem 01.01.2018 werden Änderungen beim Kindergeld wirksam, die bisher ohne großes mediales Aufsehen durchgesetzt wurden. Allerdings sind diese Änderungen durchaus gravierend und können Eltern, deren Kinder bereits volljĂ€hrig sind und sich in Ausbildung befinden, viel Geld kosten, wenn bisher kein Antrag gestellt wurde.

Kindergeld Erhöhung 2018

Zum 01.01.2018 werden die Kindergeld SĂ€tze um jeweils zwei Euro je Kind angehoben. FĂŒr die ersten beiden Kinder steigt das Kindergeld von bisher 192 Euro auf 194 Euro. FĂŒr das dritte Kind von 198 Euro auf 200 Euro und ab dem vierten Kind von 223 Euro auf 225 Euro.

RĂŒckwirkende Auszahlung drastisch verkĂŒrzt

Ein gravierender Einschnitt beim Kindergeld betrifft allerdings die rĂŒckwirkende Beantragung und Auszahlung des Kindergeldes. Bis zum 31.12.2017 ist dies noch fĂŒr das laufende Kalenderjahr sowie vier weitere Jahre möglich.

Mit Inkrafttreten der Änderungen zum 01.01.2018 wird das Kindergeld allerdings nur noch fĂŒr sechs Kalendermonate vor der Antragstellung gezahlt. Mit dieser Änderung will der Gesetzgeber Missbrauch vermeiden. Dies betrifft vor allem Eltern von volljĂ€hrigen Kindern, die sich in Berufsausbildung oder auch in der Zeit zwischen zwei Ausbildungen befinden und nicht wissen, ob sie einen Anspruch auf Kindergeld haben.

Die Änderungen basieren auf Artikel 7 SteuerumgehungsbekĂ€mpfungsgesetzes (StUmgBG) vom 23.06.2017 (BGBl. I S. 1682), wonach § 66 EstG um den Absatz 3 ergĂ€nzt wird:

„(3) Das Kindergeld wird rĂŒckwirkend nur fĂŒr die letzten sechs Monate vor Beginn des Monats gezahlt, in dem der Antrag auf Kindergeld eingegangen ist.“

Gleichlautend wird auch § 6 des Bundeskindergeldgesetzes gefasst.

Auch wenn bei einem Antrag nach dem 31.12.2017 offensichtlich ist, dass ein Kindergeldanspruch fĂŒr einen lĂ€ngeren Zeitraum als rĂŒckwirkend sechs Monate besteht (Festsetzungsverfahren), wird das Kindergeld dennoch nur fĂŒr sechs Monate rĂŒckwirkend ausgezahlt (Erhebungsverfahren).

Vorsorglich Antrag stellen

Eltern, die sich nicht sicher sind, ob fĂŒr Ihre Kinder ein Anspruch auf Kindergeld besteht bzw. in den letzten Jahren bestand, sollten daher vorsorglich bis zum 31.12.2017 einen Antrag bei der zustĂ€ndigen Familienkasse stellen. Die Änderungen betreffen erst AntrĂ€ge die ab dem 01.01.2018 bei der Familienkasse eingehen.

DatenĂŒbermittlung an Familienkasse

Eine weitere Änderung zum 01.01.2018 betrifft die Übermittlung von Daten des Bundeszentralamtes fĂŒr Steuern an die Familienkassen. Hierzu heißt es im Artikel 7 Nummer 8 des SteuerumgehungsbekĂ€mpfungsgesetzes (StUmgBG) vom 23.06.2017, dass nach § 68 EStG folgender § 69 eingefĂŒgt wird, der wie folgt lautet:

㤠69

DatenĂŒbermittlung an die Familienkassen

ErfĂ€hrt das Bundeszentralamt fĂŒr Steuern, dass ein Kind, fĂŒr das Kindergeld gezahlt wird, ins Ausland verzogen ist oder von Amts wegen von der Meldebehörde abgemeldet wurde, hat es der zustĂ€ndigen Familienkasse unverzĂŒglich die in § 139b Absatz 3 Nummer 1, 3, 5, 8 und 14 der Abgabenordnung genannten Daten zum Zweck der PrĂŒfung der RechtmĂ€ĂŸigkeit des Bezugs von Kindergeld zu ĂŒbermitteln.“

Weitere und ausfĂŒhrliche Informationen zum Kindergeld finden Sie auf http://www.kindergeld.info/