Erhöhung – Mehr Hartz IV ab 01. Januar 2018

Erhöhung – Mehr Hartz IV ab 01. Januar 2018

Ab kommenden Jahr erhalten Bezieher von Hartz IV höhere Regelleistungen ausgezahlt. Der Bundesrat hatte dem Beschluss des Bundeskabinettes aus September dieses Jahres zugestimmt. Damit gilt ab 01. Januar 2018 ein neuer Eck-Regelsatz. Für Bedürftige steigt der Regelbedarf von derzeit 409 Euro um 1,7 Prozent monatlich auf 416 Euro.

7 Euro Hartz IV Erhöhung

Für alleinstehende Hilfebedürftige steigt der Hartz IV Regelsatz von derzeit 409 Euro um 7 Euro auf insgesamt 416 Euro. Partner in einer Bedarfsgemeinschaft erhalten künftig anstatt 368 Euro insgesamt 6 Euro mehr und somit monatlich 374 Euro.

Auch für Kinder werden ab 2018 höhere Leistungen gezahlt.

Hartz IV Regelbedarf Übersicht

Bedarfbis
31.12.2017
ab 01.01.2018
Regelbedarf für Alleinstehende/ Alleinerziehende409 €416 €
Volljährige Partner innerhalb einer Bedarfsgemeinschaft368 €374 €
RL unter 25-Jährige im Haushalt der Eltern /  Strafregelleistung für ohne Zustimmung  ausgezogene U 25’er327 €332 €
Kinder 0 bis 6 Jahre237 €240 €
RL für Kinder von 6 bis unter 14 Jahre291 €296 €
Kinder 14 bis unter 18 Jahre311 €316 €

Berechnungsmethode in der Kritik

Kaum wurde die Erhöhung bekannt, hagelte es auch gleich Kritik. Sozialverbände, die Grünen sowie Linken sehen die Erhöhung als zu gering an und fordern eine neue Berechnungsmethode. Derzeit werden die Anpassung der Hartz IV Sätze am Preisindex (zu 70%) sowie den (unteren) Gehältern zu 30% bemessen. Der Kritik hält Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) entgegen. Die Anpassung der Regelsätze erfolge „nach einem klaren und transparenten Mechanismus“, so die Ministerin. Gleichzeitig lobte sie die deutsche Grundsicherung als leistungsstark, die zudem in Europa und der Welt seinesgleichen suche.

Linkspartei fordert 556 Euro monatlich

Die Fraktionschefin der Linken, Sahra Wagenknecht, kritisierte die Anpassung als „Mini-Erhöhung“, die die Armut von Millionen Menschen und Familien zementiere. Mit 1,7 Prozent Erhöhung liege die Anpassung unter der Preissteigerungsrate in diesem Jahr, so die Politikerin.

„Wir wollen keine menschenunwürdige Zwangsmühle, die Lohndumping befördert, indem sie Erwerbslose in Billigjobs und Leiharbeit zwingt“,

erklärte Wagenknecht weiter. Sie fordert einen Hartz IV Regelsatz von 556 Euro im Monat.

Auch der Paritätische Wohlfahrtverband moniert die niedrige Anhebung. Bei korrekter Berechnung müssten die Hartz IV Regelleistung von derzeit 409 Euro um mindestens 120 Euro auf insgesamt 529 Euro erhöht werden.