Beamte wollten Staat um 4,9 Millionen Elterngeld betrügen

Dank einer Mitarbeiterin der Stadt Celle ist in Niedersachsen ein millionenschwerer Betrug um Elterngeld aufgedeckt worden. Die aufmerksame Angestellte hatte Fehler und Unregelmäßigkeiten in Anträgen auf Elterngeld bemerkt und diese dem Sozialministerium in Hannover gemeldet.

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Betrug um 4,9 Millionen verhindert

In bundesweit über 200 Elterngeldstellen hatten die Betrüger versucht, an Geld zu kommen – mit falschen Geburtsurkunden zu nicht existierenden Kindern, fingierten Gehaltsbrechrechnungen und Krankenkassenbescheinigungen. Wäre der Betrug nicht aufgeflogen, hätten sich die Betrüger zum jetzigen Zeitpunkt bereits fast fünf Millionen Euro erschlichen. Die Staatsanwaltschaft in Bochum befasst sich derzeit mit 200 möglichen Fällen. Wäre der Betrug nicht ans Licht gekommen, hätte allein das Land Niedersachsen 1,6 Millionen Euro an Elterngeld ausgezahlt. Den Angaben des Sozialministeriums zufolge seien in Niedersachsen dank der wachsamen Maiarbeiterin der Elterngeldstelle so lediglich 600 Euro an die Verdächtigen überwiesen worden – der Geldrückruf ist bereits veranlasst.

Polizist und Ex-Kollege im Visier der Ermittlungen

Die Staatsanwaltschaft in Bochum teilte nun mit, dass bei einer Razzia Ende April ein Polizeibeamter und sein Ex-Kollege als Hauptverdächtige festgenommen worden seien. Um den Betrug so gut es ging zu vertuschen, sollen die Männer 58 Bankverbindungen online eröffnet und sich mit gefälschten französischen Identitätskarten ausgewiesen haben.