Altersarmut: 50 Prozent der Rentner droht Rente auf Hartz IV Niveau

Eine niederschmetternde Prognose. Wie aktuelle Berechnungen des WDR zeigen, könnte ab dem Jahr 2030 jeder zweite Rentner eine Rente aus der gesetzlichen Rentenkasse auf Hartz IV Niveau oder drunter erhalten und somit noch mit Sozialleistungen aufstocken müssen.

Dass die gesetzliche Rente im Alter nicht mehr ausreicht und Rentner praktisch zum Lebensabend auf Hartz IV Leistungen angewiesen sein werden liegt an den Reformen der Regierung unter Ex-Kanzler Schröder. Diese hatte beschlossen, das Rentenniveau fortlaufend abzuschmelzen und wollte durchsetzen, dass die Menschen privat vorsorgen, beispielsweise mit der Riester Rente. Derzeit liegt das Rentenniveau bei 48 Prozent des Bruttolohns aus der gesamten Lebensarbeitszeit. Bis 2029 ist eine Rentenabschmelzung auf 45 Prozent vorgesehen, ab 2030 soll dieses Niveau sogar auf 43,5 Prozent sinken. Auch die Rentenanpassungen um jährlich etwa zwei Prozent bis 2029 können dem kaum entgegenwirken, da die Renten sich immer weiter von den Reallöhnen abkoppeln.

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Das Konzept mit der Riester Rente ist nicht aufgegangen und dieses Produkt der privaten Vorsorge hat sich über die Jahre zu einem Flop entwickelt, welcher, wenn überhaupt, die Taschen der Finanz- und Versicherungsleute füllt und regelmäßig in der Kritik steht. Zudem haben viele Menschen kaum Geld übrig, um noch privat vorzusorgen.

Aktuell beziehen gut eine halbe Million Menschen im Rentenalter die Grundsicherung im Alter, also das Pendant zu Hartz IV bei Erwerbsfähigen. Und eben dieser Wert wird sich nach aktuellen Hochrechnungen in den nächsten Jahren deutlich erhöhen.

40 Jahre lang 2.100 Euro brutto

Wer nach heutigem Stand eine Rente über Hartz IV Niveau bekommen soll, müsste 40 Jahre lang durchgängig 2.100 Euro monatlich brutto verdienen. Zum Vergleich, der von der Regierung eingeführte Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde beläuft sich bei einer monatlichen, durchschnittlichen Stundenleistung von 173 Stunden auf gerade einmal 1.470 monatliches Brutto. Schon während der Erwerbstätigkeit kann man von diesem Einkommen mehr schlecht als recht leben und im Alter ist die Armut und der Bezug von Sozialleistungen vorprogrammiert.

Neben dem sinkenden Rentenniveau sind auch die niedrigen Löhne ein Antreiber der Altersarmut. Der Mindestlohn ist nicht in der Lage, Wohlstand zu schaffen. Zudem wächst der Anteil der Menschen die in prekären Beschäftigungsverhältnissen oder in Teilzeit arbeiten oder sich als Ein-Mann-Betrieb selbständig gemacht haben. Geld für private Rücklagen der Altersvorsorge ist hier kaum bis gar nicht vorhanden.