Hartz IV = Arm … trotz Arbeit!

Hartz IV trotz Vollzeitjob – Mindestlohn nicht ausreichend

Erschreckende Zahlen liefert der Arbeitslosenreport NRW. Demnach sind rund 302.000 Menschen in Nordrhein-Westfalen trotz Arbeit auf Hartz IV Leistungen angewiesen. Trotz Gehalt reicht das Geld nicht zum Leben aus. 

Jeder vierte Erwerbsfähige auf Hartz IV angewiesen

Wie der Arbeitslosenreport NRW belegt, ist durchschnittlich jeder Vierte der knapp 1,18 Millionen erwerbsfähigen Hartz IV Empfänger in Nordrhein-Westfalen ein sogenannter “Aufstocker” und somit weiterhin auf Unterstützung angewiesen.

Laut der Freien Wohlfahrtspflege NRW gehen 41 Prozent der erwerbsfähigen Leistungsempfänger einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach, 15 Prozent sind sogar in Vollzeit beschäftigt.

Arm trotz Arbeit

Die Ergebnisse der Freien Wohlfahrtspflege belegen eindrucksvoll, dass oftmals das Einkommen nicht ausreicht, um den Lebensunterhalt ausreichend abzudecken. Zwar präsentierte die Agentur für Arbeit bei der Veröffentlichung der Novemberzahlen den Tiefstand der Arbeitslosigkeit in Nordrhein-Westfalen, die Wohlfahrtsverbände decken mit ihrem Arbeitslosenreport jedoch die ganze Wahrheit auf. Die Zahlen beweisen, ein Arbeitsplatz hilft nicht zwangsläufig gegen Armut.

Erwerbslosigkeit ist Armutsrisiko Nummer 1

Mehr als 16 Prozent der Bevölkerung in NRW gelten nach EU-Definition als armutsgefährdet. Dies wird immer dann angenommen, wenn eine Person mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung auskommen muss. Bei einem Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren liegt die Grenze beispielsweise bei 1.879 Euro, bei einem Einpersonenhaushalt geht man von weniger als 895 Euro aus.

57 Prozent armutsgefährdet – Umdenken notwendig

Im Jahre 2014 zählten laut Arbeitslosenreport in NRW rund 57 Prozent als armutsgefährdet. Deshalb fordert die Freie Wohlfahrtspflege dringend Änderungen. “Wir können nicht akzeptieren, dass der Regelsatz so niedrig bemessen ist, dass er Langzeitarbeitslose zwingt, beim Jobcenter Darlehen aufnehmen zu müssen, die sie oft kaum zurückzahlen können”, betonte Ludger Jutkeit, Vorsitzender der Freien Wohlfahrtspflege.

Hartz IV Empfänger verschulden sich beim Jobcenter

Der aktuelle Arbeitslosenreport NRW zeigt deutlich, dass sich die Zahl der Hartz IV Empfänger, die ein Darlehen vom Jobcenter benötigen, in den letzten Jahren stetig angestiegen ist. Viele Ausgaben können einfach nicht aus dem Regelsatz finanziert werden, weshalb der Gang zum Jobcenter unausweichlich ist. Entsprechend ist der Jahresdurchschnitt der je Monat gezahlten Darlehen in NRW von 1,88 auf 2,52 Millionen Euro angestiegen. Ludger Jutkeit fordert daher: “Wenn Hartz IV Empfängern ein Mindestmaß an gesellschaftlicher Teilhabe möglich sein soll, dürfen wir sie nicht auch noch zu Schuldnern der Jobcenter machen. Kostenintensive Anschaffungen wie Kühlschrank, Waschmaschine oder der Kochherd müssen zukünftig wieder über einmalige Beihilfen und nicht über den Regelsatz finanziert werden.”

http://freiewohlfahrtspflege-nrw.de/fileadmin/user_data/113-Pressemitteilungen-Archiv-2015/Arbeitslosenreport_NRW_4-2015_-_Armut_und_Arbeitslosigkeit.pdf

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