Hartz IV für immer mehr Ältere Endstation

Hartz IV für immer mehr Ältere Endstation

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland sinkt und befindet sich auf einem Rekordtief. Für ältere Arbeitslose gilt dies indes nicht, sie sind stärker denn je gezwungen, Hartz IV zu beantragen. Dies beweist die Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann (DIE LINKE).

Anstieg der über 55-Jährigen Hartz IV Empfänger um 24 Prozent

Mussten im Jahresdurchschnitt 2010 noch 256.819 der über 55-Jährigen Hartz IV Leistungen in Anspruch nehmen, so ist der Schnitt seitdem um 24 Prozent auf 317.997 im vergangenen Jahr angestiegen. Und diese Entwicklung hält weiter an, so verzeichnete die Agentur für Arbeit im November 2015 insgesamt 321.000 ältere arbeitslose Leistungsempfänger.

163.000 Leistungsempfänger nicht berücksichtigt

Bemerkenswert ist insbesondere, dass rund 163.000 Hartz IV Empfänger über 58 Jahre in den Statistiken gar nicht auftauchen, wenn ihnen ein Jahr lang keine Arbeit angeboten wurde. Sie werden nicht mehr als arbeitslos gewertet, so sieht es § 53a Abs. 2 SGB II vor. Siehe auch: Arbeitslosenzahlen: BA schummelt fast 800.000 aus offizieller der Statistik

Ältere Arbeitnehmer sind Verlierer auf dem Arbeitsmarkt

„Die Zahlen zu älteren Erwerbslosen im Hartz IV Bezug belegen, dass ältere Erwerbslose und ältere Arbeitnehmer nach wie vor die großen Verlierer am Arbeitsmarkt sind. Weder bei den Arbeitgebern hat ein Umdenken stattgefunden, auch Älteren verstärkt eine Chance zu geben, noch bei der Bundesregierung, die die Beschäftigungssituation von Älteren schön redet“, so Linken- Fraktionsvize Sabine Zimmermann.

Altersarmut vorprogrammiert

Immer mehr ältere Leistungsempfänger können keine Rentenansprüche erwerben, die über dem Hartz IV Niveau liegen. „Daher ist eine deutliche Zunahme von Altersarmut vorprogrammiert“, betonte Zimmermann.

Hilfe für Ältere dringend erforderlich

Daher fordert die Bundestagsabgeordnete, deutlich mehr für ältere Leistungsempfänger und Arbeitnehmer zu tun. „Die gesetzliche Regelung des § 53a Abs.2 SGB II sollte überdacht werden, da sie ein Anreiz zur Nichtförderung darstellt und einzig der Bereinigung der Statistik dient“. Zimmermann fordert zudem, dass den Jobcentern mehr Geld zur Verfügung gestellt wird und Hartz IV Empfänger nicht länger verpflichtet werden, ab 63 Jahren einen Rentenantrag zu stellen.

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