Hartz IV Aufstocker überdurchschnittlich oft verschuldet

Wie das Statistische Bundesamt (destatis) in seiner Pressemitteilung vom 10.06.2015 veröffentlicht, sind Erwerbstätige, die ihr Einkommen mit Hartz IV Leistungen aufstocken müssen mehr als doppelt so häufig verschuldet als Erwerbstätige, die keine staatlichen Zuschüsse zum Erwerbseinkommen benötigen.

Pressemitteilung vom 10. Juni 2015 – 212/15

„Aufstocker“ überproportional häufig überschuldet

WIESBADEN – Im Jahr 2014 waren 6,7 % der überschuldeten Personen, die eine Schuldnerberatung in Anspruch nahmen, sogenannte Aufstocker. Ihr Anteil war damit etwa doppelt so hoch wie ihr Anteil an der Gesamtheit der Erwerbstätigen (rund 3 % nach Ergebnissen des Mikrozensus sowie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung). Sie sind also überproportional häufig überschuldet. Dies sind erste Ergebnisse der Überschuldungsstatistik 2014, die das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich der Aktionswoche der Schuldnerberatung vom 15. bis 19. Juni veröffentlicht.

„Aufstocker“ sind Personen, die zwar Einkommen aus einer nicht-selbstständigen Erwerbstätigkeit haben, dieses jedoch mit Leistungen des Arbeitslosengeldes II (ALG II, auch „Hartz IV“ genannt) „aufstocken“ müssen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Mit durchschnittlich 37 992 Euro Schulden weisen „Aufstocker“ höhere durchschnittliche Schulden auf als die Gesamtheit der beratenen Personen (34 504 Euro). Allerdings liegen ihre durchschnittlichen Verbindlichkeiten niedriger als bei Erwerbstätigen ohne ALG-II-Bezug, für die sie sich auf durchschnittlich 47 477 Euro belaufen. Die Schulden von ALG-II-Beziehern ohne Arbeitseinkommen sind mit durchschnittlich 22 740 Euro zwar niedriger, allerdings dürfte es dieser Gruppe besonders schwer fallen, die Schulden zurückzuzahlen.

Durchschnittliche Schulden nach Status der Erwerbstätigkeit und des ALG-II-Bezugs, in Euro

Methodischer Hinweis:

Die Ergebnisse der Überschuldungsstatistik 2014 beruhen auf Angaben von 395 der insgesamt rund 1 400 Schuldnerberatungsstellen in Deutschland. Sie stellten anonymisierte Daten von rund 103 000 beratenen Personen mit deren Einverständnis bereit. Die Teilnahme an dieser Statistik ist sowohl für die Beratungsstellen als auch für die Ratsuchenden freiwillig. Die gemeldeten Daten werden anschließend auf die Grundgesamtheit der durch Schuldnerberatungsstellen beratenen Personen hochgerechnet.

Weitere Auskünfte gibt:
Walter Joachimiak,
Telefon: +49 611 75 2689

Quelle: https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2015/06/PD15_212_635.html

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