Arbeitslosenquote – Tricks der Agentur fĂŒr Arbeit mit der Statistik

Arbeitslosenquote – Tricks der Agentur fĂŒr Arbeit mit der Statistik

Ende des vergangenen Monats verkĂŒndete die Bundesagentur fĂŒr Arbeit sensationelle Zahlen, wonach die Zahl der Arbeitslosen im April 2015 auf 2,8 Millionen Menschen gesunken sei, womit die Arbeitslosenquote in Deutschland bei 6,5 Prozent liege. Diese Werte erreicht man jedoch nur mit einer Menge Phantasie und Tricks in der Statistik.

Alleine die Statistik der Grundsicherung fĂŒr Arbeitsuchende fĂŒr April 2015 belegt, dass insgesamt 6,14 Millionen Menschen Hartz IV nach dem SGB II beziehen. Von diesen 6,1 Millionen sind 4,4 Millionen erwerbsfĂ€hig und 1,7 Millionen (z.B. Kinder im Sozialgeldbezug) nicht erwerbsfĂ€hig. ZusĂ€tzlich haben im April 2015 nach den Hochrechnungen der Bundesagentur fĂŒr Arbeit 834.000 Menschen das Arbeitslosengeld I nach dem SGB III erhalten.

FĂŒr die Arbeitslosenstatistik werden allerdings von der Agentur fĂŒr Arbeit lediglich 1.975 Millionen Hartz IV EmpfĂ€nger als arbeitslos gerechnet, also weniger als die HĂ€lfte der Menschen, diw volljĂ€hrig sind und arbeiten könnten. Zusammengerechnet mit den EmpfĂ€ngern von Arbeitslosengeld I ergibt sich dann die offizielle Zahl der Arbeitslosen von etwas mehr als 2,8 Millionen.

Schlussendlich werden bei den EmpfĂ€ngern von Hartz IV Leistungen gut 2,4 Millionen Menschen nicht der Arbeitslosigkeit zugerechnet, obwohl sie im Leistungsbezug der Jobcenter stehen. Gut 800.000 fallen aus der Statistik, weil sie in den Augen der BA nicht als arbeitslose gelten. Dazu zĂ€hlen Hartz IV EmpfĂ€nger, die an einer Maßnahme teilnehmen, erkrankte LeistungsempfĂ€nger sowie Ältere zwischen 58 und 65 Jahren. Die Statistiker der Bundesagentur fĂŒr Arbeit sprechen hier nicht von Arbeitslosigkeit sondern „UnterbeschĂ€ftigung“.

Ebenfalls werden LeistungsempfĂ€nger nicht in die Arbeitslosenstatistik aufgenommen, denen die Arbeitsaufnahme „nicht zumutbar“ weil sie sich der Kindererziehung widmen oder Angehörige pflegen oder arbeitsunfĂ€hig geworden sind.

Aufstocker in der Arbeitslosenstatistik

Ob Hartz IV Aufstocker in die Arbeitslosenstatistik aufgenommen werden sollten, ist zudem fraglich. Sie stehen im Leistungsbezug der Jobcenter, obwohl sie einer Arbeit nachgehen. Allerdings reicht der Lohn nicht aus, um das Existenzminimum zu decken , weshalb sie mit Hartz IV Leistungen aufstocken mĂŒssen. An allen Hartz IV EmpfĂ€ngern macht dieser Personenkreis mit etwa 1,3 Millionen fast ein Drittel aus.

WĂŒrde man nun Menschen im Leistungsbezug (auch Hartz IV Aufstocker) zusammenzĂ€hlen, die arbeiten können, wĂŒrde die Arbeitslosenzahl nicht bei 2,8 Millionen sondern bei ĂŒber fĂŒnf Millionen liegen. Damit wĂŒrde sich auch die Arbeitslosenquote von den offiziell genannten 6,5 Prozent auf ĂŒber zwölf Prozent verschieben.

Zwar stehen Aufstocker im ergĂ€nzenden Hartz IV Bezug, jedoch mĂŒsste man sie von der Arbeitslosenstatistik heraushalten, da es sich um ErwerbstĂ€tige handelt, die ja mindestens 15 Stunden die Woche bis teilweise sogar Vollzeit arbeiten. Aber selbst wenn man diese nicht mit einberechnet, kommt man ohne die Tricks der Statistik-Manipulation der Bundesagentur fĂŒr Arbeit noch auf ĂŒber vier Millionen Arbeitslose und eine Arbeitslosenquote von fast zehn Prozent!