Hartz IV Skandal: Jobcenter Mitarbeiterin stahl fast 70.000 Euro aus Sozialkasse

Hartz IV Skandal: Jobcenter Mitarbeiterin stahl fast 70.000 Euro aus Sozialkasse

Erneut wurde ein Hartz IV Skandal aus Berlin bekannt, bei dem sich eine Jobcenter Mitarbeiterin ihr Gehalt in betrügerischer Art aus den Sozialkassen aufbesserte.

Als der Fall bekannt wurde, kam promt die Kündigung und der Chef des Jobcenters erteilte der 26-jährigen im Beisein ihrer Kollegen ein lebenslanges Hausverbot. Das Geld aus dem Hartz IV Kassen unterschlagen wurde, bestätigt auch die Bundesagentur für Arbeit. Die ersten Erkenntnisse der internen Ermittlung der Behörde lassen eine „große kriminelle Energie“ erkennen. Auf die Schliche ist ihr die interne Revision gekommen, bei der die Kontrolleure feststellten, dass die junge Mutter über einen Zeitraum von zwei Jahren regelmäßig Gelder aus dem Hartz IV Topf auf ihr Privatkonto abzweigte, die sich auf insgesamt rund 68.000 Euro summierten.

So finanzierte sich die Dame teure Urlaube mit Mann und Kind, zudem baut die Familie gerade am eigenen Haus. Ihren plötzlichen Wohlstand wollte sie auch nicht für sich behalten und prahlte damit auch regelmäßig bei Facebook.

Wie war dieser Betrug möglich?

Die Finanzierung des Luxuslebens der Ex-Jobcenter-Mitarbeiterin war möglich, weil es Lücken in der Überprüfung gab. Anstatt Altfälle, die keine Hartz IV Leistungen mehr erhalten im System zu löschen, änderte sie bei den Kunden die Bankverbindung in ihre private Kontonummer, so konnte Geld fließen. Wie ein Jobcenter-Insider vermutet, spielte der gierigen Mitarbeiterin auch die SEPA-Umstellung die Karten, denn seit der Umstellung des Überweisungsverfahrens überprüfe die Bank den Kontoinhaber nicht mehr namentlich bei Geldeingängen.

Kein Einzelfall in Berlin

Bereits im Jahre 2012 ereignete sich ein ähnlich gelagerter Fall in Berlin, bei dem eine Mitarbeiterin des Jobcenter Friedrichshain-Kreuzberg insgesamt 280.000 Euro aus dem Hartz IV Topf ergaunerte (wir berichteten über diesen Fall). Ebenfalls durch betrügerisch manipulierte Leistungsakten, konnte sich sich Mitarbeiterin über mehrere Monate Geld vom Jobcenter auf ihr Privatkonto überweisen, teilweise sogar bis zu 38.000 Euro auf einmal. Dieser Betrugsfall im Jahre 2012 ist damals aufgeflogen, weil die Bank noch Kontoinhaber und Geldempfänger abglich.

Der Jobcenter-Chef sprach damals von einem „Ausnahmefall“. Angesichts der aktuellen Geschehnisse sollte er allerdings kein Recht behalten. Fraglich ist zudem, wie viele solcher „Betrugsfälle“ noch unaufgedeckt im Umlauf sind, wenn es für Jobcenter Mitarbeiter so einfach ist, die Sozialkassen für die private Gier zu erleichtern. Das Traurige ist, dass eben diese Mitarbeiter für die Betreuung der Ärmsten der Gesellschaft zuständig sind und es widerlich ist, wenn sie ihre Position ausnutzen und in die eigene Tasche stehlen.

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