100 Prozent Hartz IV Sanktion gegen schwangere Frau

Hartz IV Sanktionen sind immer schlimm, kürzen sie doch die Leistungen unter das notwendige Existenzminimum. Ein besonders brisanter Fall wurde jetzt bekannt. Einer 21-jährigen Schwangeren aus Lankewitz wurden die Leistungen zu 100 Prozent vom Jobcenter gestrichen. Die werdende Mutter hat seit Monaten kein Geld vom Jobcenter gesehen und kann die letzten vier Monate ihrer Schwangerschaft daher kaum genießen. Sie kann weder notwendige Umstandskleidung noch die ersten Babysachen, wie Schnuller, Strampler und Babysöckchen etc. – die werdende Mütter mit Vorfreude einkaufen – anschaffen.

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    Seit März 2014 keine Hartz IV Leistungen

    Wie die junge Frau gegenüber der Onlineausgabe der “Berliner Zeitung” erklärt, sei sie mit den “Nerven am Ende”. Seit März dieses Jahres erhält sie keine Hartz IV Leistungen mehr, lediglich Lebensmittelgutscheine im Wert von 180 Euro monatlich. Als Begründung für die Sanktionen erklärt der Pressesprecher des Jobcenters:”Sie hat in der Vergangenheit nicht in dem erforderlichen und vereinbarten Maße an ihrer Arbeits- und Ausbildungsmaßnahme mitgewirkt.” Weiter führt der Pressesprecher aus, die Leistungsempfängerin hätte u. a. Briefe nicht beantwortet, Termine bei der Behörde versäumt und zu wenige oder keine Bewerbungen geschrieben.

    Der Zeitung hatte sie zum Beweis den Emailverkehr mit dem Jobcenter zur Verfügung gestellt. Aus diesem geht hervor, dass die 21-Jährige im April über 20 Bewerbungen für eine Ausbildungsstelle als Altenpflegerin verschickt hatte, sogar überregional. Dennoch kein Geld vom Amt. “Seit März habe ich nichts bekommen“, erklärt sie, „dabei war ich jeden Monat bei meiner Sachbearbeiterin, habe auch weitaus mehr als die geforderten zehn Bewerbungen abgeschickt”, so die junge Frau zur “B.Z.”

    Trotz bekannter Schwangerschaft kein Geld

    Von der Schwangerschaft erfuhr das Jobcenter dann im Juli. Mitte des Monats legte die Schwangere einen vorläufigen Mutterpass vor, am 15. August dann den richtigen. Trotz dieses Umstands lenkt die Behörde nicht ein, obwohl die Frau auch Anspruch auf Mehrbedarf bei Schwangerschaft hätte. Wie der Pressesprecher bestätigt, liegt der Mutterpass vor, befindet sich jedoch in Prüfung. Und eben diese Prüfung dauert.

    Jetzt hat sich die werdende Mutter einen Anwalt genommen, um sich beim Sozialgericht gegen die Hartz Sanktionen zu wehren. Aber auch dies dauert seine Zeit und verschafft gegenwärtig keine finanzielle Entlastung. Leider kann auch ihr Freund und Vater des Kindes sie nicht finanziell unterstützen, da er selbst auf Hartz IV Leistungen angewiesen ist.

    Aktuell heißt es für die Frau weiter ausharren. Wie der Pressesprecher gegenüber der “B.Z.” weiter erklärte:”Die Sanktionen bleiben bestehen. Ab dem 1. Oktober bekommt sie ihre Leistungen wieder in voller Höhe”.