Jobcenter lassen Hartz IV Empfänger im Stich

Jobcenter lassen Hartz IV Empfänger im Stich

Statistiken ergeben, dass in der Bundesrepublik mindestens zwei Millionen Hartz IV Empfänger mit Schulden und Suchtproblemen zu kämpfen haben sowie in psychosozialen Schwierigkeiten stecken. Auf Hilfe seitens der Jobcenter können diese Betroffenen jedoch nicht hoffen, wie eine aktuelle Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zeigt. Demnach werden die Meisten in Bezug auf Beratungen und Therapien zu Problemlösungen von den zuständigen Behörden im Stich gelassen.

DGB kritisiert: Jobcenter fordern statt fördern

Der DGB geht für 2012 von etwa 1,1 Millionen erwerbsfähigen Hartz IV Empfängern aus, die in der Schuldenfalle stecken. Hilfe in Form von Beratung durch Leistungsträger haben nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) nur 32.500 erhalten, also nicht einmal drei Prozent. Von den 450.000 Betroffenen mit Suchproblemen erhielten gerade mal 9.000 Hilfestellungen. Auch bei psychozialen Schwierigkeiten wurden die meisten Hartz IV Empfänger von der Kommune im Stich gelassen, hier wurden nur 20.000 von etwa 900.000 Betroffenen Hilfen vom Leistungsträger angeboten.

Ohne die soziale Stabilisierung könne man Betroffene nicht erfolgreich in den Arbeitsmarkt integrieren, warnt der DGB-Arbeitsmarktexperte Wilhelm Adamy in einem Interview. Er kritisiert, dass im Hartz IV System die Defizite vor allem darin bestehen, dass die Jobcenter das Fordern „gr0ß“ schreiben, die Förderung jedoch teilweise viel zu sehr in den Hintergrund rücke.