Langzeitarbeitslose: Jeder Zweite ist Hartz IV Dauerbezieher

Arbeitsagentur Hartz IV Einbahnstraße

Einbahnstraße Hartz IV

Scheinbar gehen der wirtschaftliche Aufschwung und die gute Konjunktur an Betroffenen von Hartz IV vorbei. Einmal in Hartz IV getappt, schaffen es die Wenigsten wieder zurück. Das zeigt auch die Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) für Dezember 2013. Ende des letzten Jahres standen von den 6.041.123 Hartz IV Beziehern bereits 2.823.761 Menschen länger als vier Jahre im Leistungsbezug, damit beträgt der Anteil der Dauerbezieher bei fast 47 Prozent. 

Jeder Zweite dauerhaft auf Hartz IV angewiesen

Damit ist fast jeder zweite Hartz IV Bezieher dauerhaft auf Leistungen nach dem SGB II angewiesen. Im Vorjahr waren es noch 16.797 Dauerbezieher weniger, wie die Statistiken der BA zum Dezember 2012 zeigen. Zum Jahresende 2012 waren von den 6.037.330 Leistungsbeziehern 2.806.964 länger als vier Jahre auf Hartz IV angewiesen.

Statistik Dezember 2013

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Besonders dramatisch ist der Anteil der dauerhaften Hartz IV Bezieher in den neuen Bundesländern. Mit 52,8 Prozent bezieht demnach mehr als jeder Zweite ist Ostdeutschland länger als vier Jahre Leistungen nach dem SGB II. Im Vorjahr lag der Anteil bei 52,2 Prozent. Regional liegt die Quote mit 54,1 Prozent in Sachsen Anhalt am höchsten. In Berlin – wo es die meisten Hartz IV Empfänger gibt, was auch der enormen Einwohnerzahl geschuldet ist – liegt der Anteil bei 53,3 Prozent, wie die aktuellsten Statistiken der Bundesagentur für Arbeit belegen.

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Ab 50 geht es bergab

Allgemein ist ein Trend zu verzeichnen, der widerspiegelt, wie schwer es Menschen über 50 haben, noch in eine Anstellung zu finden. 63,5 Prozent der über 50-Jährigen sind im Bundesdurchschnitt länger als vier Jahre auf Hartz IV angewiesen. In Sachsen-Anhalt liegt der Anteil sogar bei fast 72 Prozent. Über den Anstieg der Langzeitarbeitslosen haben wir bereits vor einem Jahr berichtet, siehe auch den Beitrag unter Im Alter zieht sich die Hartz IV Schlinge zu.

Weniger Hartz IV Aufstocker

Positives gibt es aus dem Lager der Hartz IV Aufstocker zu berichtet. Diese erhalten Hartz IV ergänzend, da das Einkommen aus der Teilzeit- oder Vollzeitbeschäftigung nicht ausreicht, um das Existenzminimum der Familie zu sichern. Im Vergleich zu 2012 sind die Zahlen bei den Aufstockern leicht rückläufig.

Bund muss Mittel für Hartz IV erhöhen

Die Regierung hat scheinbar nicht mit so einer negativen Entwicklung und einer so hohen Zahl an Hartz IV Beziehern gerechnet. Nun ist Finanzminister Schäuble (CDU) gefordert und muss zu den bisher 18,96 Milliarden Euro noch weitere 770 Millionen Euro in den Hartz IV Topf nachlegen.