Hartz IV reicht immer weniger für Lebensmittel

Hartz IV reicht immer weniger für Lebensmittel

Mehrere Sozialverbände äußerten sich besorgt um die steigenden Lebensmittelpreise und fordern eine Erhöhung der Hartz IV Leistungen. Der Paritätische Wohlfahrtsverband fordert einen monatlichen Regelsatz von 437 Euro zuzüglich Einmalleistungen.

Aktuell liegt der monatliche Regelsatz für einen alleinstehenden Erwachsenen bei 382 Euro, für volljährige Partner in einer Bedarfsgemeinschaft bei 345 Euro (90 Prozent des Eck-Regelsatzes) und für Kinder, je nach Alter, monatlich zwischen 224 Euro und 289 Euro.

Regelsatzbedarfe Tortendiagramm

monatlich sind gerade einmal 135,61 €
bei einem Erwachsenem für Lebensmittel
vorgesehen

In der Eck-Regelleistung von 382 Euro sind 135,61 Euro monatlich für Nahrung und alkoholfreie Getränke vorgesehen. Gegenüber der Hannoverschen Neuen Presse sagte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, dass mit den 4,30 Euro, die am Tag für Lebensmittel eines Erwachsenen vorgesehen sind, keine vernünftige Ernährung sicherzustellen sei.

Schneider fordert eine Erhöhung des Regelsatzes auf 437 Euro (Steigerung um 14,4 Prozent). Zusätzlich müssen Einmalleistungen gewährt werden, beispielsweise zur Ersatzbeschaffung eines Kühlschranks oder eines Kinderfahrrads.

Auch der Sozialverband VDK Deutschland e.V. fordern eine Erhöhung der Leistungen. Gegenüber der „Bild“ (Mittwochausgabe) sagte Verbandschefin Ulrike Mascher: „Hartz-IV-Beziehern und Rentnern mit Grundsicherung ist es mittlerweile unmöglich, aus dem aktuellen Regelsatz noch Geld für größere An­schaf­fun­gen zurückzulegen. Für Anschaffungen wie Haus­ge­rä­te oder Schuhe für Kinder muss es daher Einmal­leis­tun­gen wie frü­her bei der Sozialhilfe geben.“

Mascher machte klar, dass die Regierung hier schnell handeln müsse. Angesichts der stark angestiegenen Preise für Lebensmittel reichen bei vielen Betroffenen die Hartz IV Leistungen nicht mehr aus.

Preissteigerungen bei Lebensmitteln

Die Lebensmittelpreise sind so stark gestiegen wie seit über vier Jahren nicht mehr.

Paprika
48%
Kartoffeln
44%
Butter
31%
Äpfel
22%
Erdbeeren, Himbeeren o.ä.
18%
H-Milch
18%
Frische Milch
17%
Quark
13%
Eier
7%
Fleisch und Fleischwaren
4%

Preissteigerungen im Juli 2013 im Vergleich zum Vorjahr. Quelle: Statistisches Bundesamt

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Zudem sind im Vergleich zum Juli des Vorjahres die Strompreise um durchschnittlich 11,9 Prozent gestiegen. Lesen Sie auch dazu:

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Quellen:

Destatis Pressemitteilung Nr. 267 vom 13.08.2013

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