Bald fast ein Drittel der Rechtsanwälte auf Hartz IV angewiesen?

Bald fast ein Drittel der Rechtsanwälte auf Hartz IV angewiesen?

Bald 30 Prozent der Rechtsanwälte auf Hartz IV angewiesen? – Der Gedanke, dass Rechtsanwälte mit Geld „vollstecken“, scheint noch in vielen Köpfen herumzuschwirren, doch die Realität sieht anders aus. Die Studie „Der Rechtsdienstleistungsmarkt 2030„, im Auftrag des Deutschen Anwaltsvereins herausgegebene Studie der Prognos AG bringt ernüchternde Fakten. Die Studie beschäftigt sich mit der Frage, wie sich der Rechtsdiensleistungsmarkt in den kommenden 20 Jahren entwickeln wird und prognostiziert keine rosigen Zeiten.

Für das Forschungsprojekt wurden über 5.000 Kanzleiinhaber sowie Partner zu ihrem Kanzleimanagement befragt, bestehende Untersuchungsergebnisse und Literatur hingezogen sowie ausführliche Fachgespräche und Workshops durchgeführt. Nach Schätzungen der Studie erzielen heute rund 10 bis 15 Prozent der Rechtsanwälte ein Einkommen von unter 20.000 Euro im Jahr aus einer Vollzeittätigkeit. 

Damit sei das Existenzminimum dieser Rechtsanwälte durch Einnahmen aus ihrer Tätigkeit nicht gesichert, mit der Folge, dass Hartz IV Leistungen nach dem SGB II beansprucht werden müssen.

In den kommenden Jahren ist mit einer Verdopplung des Rechtsanwaltsprekariates zu rechnen, was auf die steigende Anzahl der Studenten der Rechtswissenschaften in Verbindung mit der sinkenden Bevölkerungszahl zurückzuführen ist. Dies würde bedeuten, dass bald 30 Prozent der Rechtsanwälte Hartz IV Leistungen als Aufstocker erhalten müssten, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.

Rechtsanwalt  und „Sozialrechtsexperte“, Ludwig Zimmermann, weist in seinem Blog darauf hin, dass Jura-Studenten, Referendare und auch Rechtsanwälte sich frühzeitig mit Thema Hartz IV auseinander setzen sollten.

Studie: Der Rechtsdienstleistungsmarkt 2030 (195 Seiten)

Interessanter Beitrag von Spiegel Online aus dem Jahr 2004: Gehaltsreport

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