3. Herzinfarkt – Jobcenter zwingt Hartz IV EmpfĂ€nger trotz Schwerbehinderung zu Arbeit

3. Herzinfarkt – Jobcenter zwingt Hartz IV EmpfĂ€nger trotz Schwerbehinderung zu Arbeit

Arbeitszwang Nun ist es zu SpĂ€t! Der 48jĂ€hrige Paul Metzen leidet an Herzerkrankungen und ist seit Jahren zu 100% schwerbehindert. Seine Erkrankungen und bereits zwei Herzinfarkte waren dem Jobcenter bekannt. Trotz Warnungen, auch leichte Arbeiten könnten fĂŒr ihn lebensgefĂ€hrlich sein, ließen seine Sachbearbeiterin des Jobcenter-Essen nicht davon abrĂŒcken, ihn zum Dienst antreten zu lassen. Gegenteilig zum Befund seines Hausarztes, befand ihn der Ă€rztliche Dienst der Behörde bedingt arbeitstauglich, leichte bis mittelschwere Arbeiten wie Fegen und Unkrautzupfen seien zumutbar, entschieden die Ärzte. Vier Stunden tĂ€glich sollte der Essener versuchshalber als Hausmeister-Gehilfe arbeiten – Folge: Herzinfarkt Nummer Drei!

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Angst vor LeistungskĂŒrzungen treiben den Hartz IV Bezieher fast in den Tod

Trotz Warnungen seines Hausarztes nimmt der Leistungsbezieher den Job an, aus Angst vor Sanktionen und nicht zuletzt auch auf Druck und EinschĂŒchterungen des Jobcenters. „Was das fĂŒr Rechtsfolgen fĂŒr Sie haben kann, dĂŒrfte Ihnen auch bekannt sein, also versuchen Sie es doch“, ließen die mahnenden Worte der Sachbearbeiterin dem 48jĂ€hrigen Hartz-IV-Bezieher keine Wahl.

Der schwerbehinderte Mann ist dem Tod gerade so von der Schippe gesprungen. Das Jobcenter bedauert den Herzinfarkt. In einer schriftlichen Stellungnahme heißt es:“Um seine beruflichen Chancen (…) zu aktualisieren, wurde Herr Metzen am 03.02 2013 vom Ärztlichen Dienst untersucht. Die Untersuchung von Herrn Metzen ergab, dass er leichte bis mittelschwere TĂ€tigkeiten ausfĂŒhren kann“, so das Jobcenter Essen.

FĂŒr Metzens Hausarzt ist es unverstĂ€ndlich, warum man seinen Patienten ĂŒberhaupt arbeiten lĂ€sst, bei dem Befund. Auch der Betroffene selbst will gegen die Sachbearbeiterin vorgehen und sie wegen Körperverletzung im Amt verklagen.